Coronavirus – Zu viele Ausflügler: Kontrollen im Salzkammergut

Im Salzkammergut soll die Polizei künftig stärker kontrollieren, um den Ausflugsverkehr hintanzuhalten.

Das teilte Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) am Montag mit. Auch Maßnahmen im Bereich der Bewusstseinsbildung würden geprüft. Sollten sie zu einer Verlagerung des Tagestourismus in andere oberösterreichische Gebiete führen, werde man die Maßnahmen dementsprechend ausweiten.

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„Spaziergänge tun unserer Gesundheit gut, aber ich bitte alle Landsleute, dafür auf weite Ausfahrten zu verzichten“, appellierte Stelzer an alle. Schließlich gebe es „in jeder oberösterreichischen Gemeinde schöne Wege um frische Luft zu tanken“.

Er wisse, dass das Frühlingswetter zu Ausflügen und zu Spaziergängen einlade und, „dass viele Familien in einer Wohnung ohne Garten leben. Aber es kann nicht sein, dass die Regierung einerseits Ausgangsbeschränkungen verhängt, um große Menschenansammlungen zu verhindern und gleichzeitig Menschenmassen durch das Salzkammergut wandern“, so Stelzer.

Die Rechtslage zur Frage, wo bzw. in welcher Entfernung von der Wohnung man eigentlich spazieren gehen darf, sei nicht klar, hieß es aus Stelzers Büro. Dafür würde es Konkretisierungen seitens des Bundes bedürfen. Stelzer appelliere aber an die Vernunft der Menschen. Als Faustregel könnte man annehmen, dass man nicht mit dem Auto eine längere Strecke zurücklegt, um sich dann am Zielort die Beine zu vertreten.


Hintergrund der getroffenen Maßnahmen ist das Bild, das sich am Wochenende an manchen idyllischen Plätzen im oberösterreichischen Seengebiet geboten hat: Zahlreiche Ausflügler und Wanderer waren unterwegs – wohl die wenigsten dürften Einheimische gewesen sein. Der Gmundner Bezirkshauptmann Alois Lanz sagte im Gespräch mit den „Oö. Nachrichten“ (Montag-Ausgabe), dass es den Wunsch von Bürgern und Bürgermeistern gegeben habe, den Bezirk für Ausflügler von außerhalb zu sperren.

„Das wurde im Krisenstab beraten, im Sinne der Freiheit der Menschen aber abgelehnt“, so Lanz. Gmundens Bürgermeister Stefan Krapf (ÖVP) brachte es aber auf den Punkt: „Ich bitte Sie, dem Salzkammergut vorerst fernzubleiben. Wenn wir diese schwere Zeit hinter uns gelassen haben, ist jeder Gast wieder herzlich willkommen.“


Gmunden hatte auch bereits vor eineinhalb Wochen einen schmalen Wanderweg gesperrt, an dem man den Mindestabstand nicht einhalten kann. Der Bürgermeister des vor allem bei ausländischen Touristen beliebten Welterbe-Ortes Hallstatt, Alexander Scheutz (SPÖ), sieht hingegen vorerst keinen Grund für Sperren, wie er der APA sagte.

Für Unmut hatte am Wochenende u.a. auch ein Unfall in einem Klettergarten in Bad Ischl gesorgt, bei dem ein Mann lebensgefährlich verletzt wurde. Am Rettungseinsatz waren Notärzte und Bergretter beteiligt. Die Benutzung des Klettergartens wäre aber laut Polizei nach den derzeitigen Covid-19-Beschränkungen gar nicht erlaubt gewesen, denn Sportstätten sind gesperrt.

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