Coronavirus: Zunehmende Zahl von Toten in Seniorenheimen in Italien

In dem von der Coronavirus-Epidemie schwer betroffenen Italien wird eine zunehmende Zahl von Infektionsfällen und Todesopfern in Seniorenheimen gemeldet.

Pflegeresidenzen seien für Senioren und das dort eingesetzte Personal zu „Zeitbomben“ geworden, warnten die Pensionistengewerkschaften.

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Besonders dramatisch ist die Lage in einem Altenheim in Merlara in der norditalienischen Region Venetien. Alle 73 Senioren, die darin Leben, haben sich am Covid-19 infiziert, elf davon erlagen dem Virus. Erkrankte Sanitäter in der Einrichtung werden nicht ersetzt. Der Bürgermeister der Ortschaft musste das Rote Kreuz um Hilfe bitten.

Auch in anderen Regionen wurden mehrere Infektionsfällen in Seniorenheimen gemeldet. Vier Todesfälle gab es in einem Pflegeheim in Sanluri auf Sardinien. Die Pensionistengewerkschaft warnte, dass tausende Rentnern in Pflegeheimen die Ansteckung drohe. Viele Senioren dürfen wegen der Epidemie keine Angehörigen sehen und seien sehr niedergeschlagen.

Auch in den italienischen Klöstern wächst die Zahl der Covid-Infektionsfälle. In Grottaferrata bei Rom wurden am Institut „Figlie di San Camillo“ inzwischen 60 Schwestern positiv auf das Virus getestet. Das Kloster wurde von den Behörden komplett isoliert. Zwei der erkrankten Ordensschwestern in einem Krankenhaus behandelt. Wie es zu der gravierenden Durchseuchung kam, ist unklar.

Für Aufsehen sorgte in Rom auch ein weiteres befallenes Ordenshaus. In der römischen Niederlassung der „Suore angeliche di San Paolo“ wurden am Wochenende 19 von 21 Frauen positiv getestet. Ein Zusammenhang zum Ausbruch in Grottaferrata besteht laut Medienberichten nicht.

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