Covid verdrängt Plan-Operationen

Vorbereitungen in fast allen Bundesländern – OÖ stockt mit Montag Bettenkapazität auf

Die heimischen Spitäler rüsten für Covid-19-Patienten um.
Die heimischen Spitäler rüsten für Covid-19-Patienten um. © Halfpoint – stock.adobe.com (Symbolfoto)

Angesichts stark steigender Infektionszahlen – österreichweit gab es am Freitag 3.895 Neuinfizierte, 1.022 davon in Wien, 688 in OÖ – verschieben fast alle Bundesländer mit Ausnahme von Tirol und Vorarlberg bereits Eingriffe.

Elektive, also nicht dringende Operationen, finden nicht statt. Aktuell liegen 2.151 Covid-19-Patienten im Spital, 463 auf einer Intensivstation.

Besonders schwierig ist die Lage in der Bundeshauptstadt, hier befinden sich im März so viele Covid-19-Patienten auf Intensivstationen wie noch nie seit Beginn der Pandemie. In den städtischen Spitälern wurde bereits in der Vorwoche damit begonnen, nicht dringende, planbare Operationen an Ordens- oder Privatspitäler auszulagern oder Termine zu verschieben. Außerdem werden mehr verfügbare Betten geschaffen.

In NÖ sei die freie Intensivbettenkapazität „angespannt, nicht dringliche OPs werden verschoben, ebenso im Burgenland. Die Lage auf den Intensivstationen sei „ernst“, Betten und Personal geraten laut Krankenhausbetreibern zunehmend an ihre Grenzen. Die KRAGES sei schon in Kontakt mit anderen Bundesländern, um die Möglichkeiten einer Überstellung von Patienten auszuloten. So könne man in Kärnten nach derzeitiger Einschätzung momentan zwei bis drei Intensivpatienten aufnehmen.

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In den Salzburger Landeskliniken (SALK) habe man mit Stand 3. März 145 Operationen abgesagt oder verschoben, so ein SALK-Sprecher. „Einige wenige sind seitdem noch dazugekommen.“

Zum Vergleich: In der ersten Welle 2020 seien knapp über 1000 Operationen betroffen gewesen. Zugleich wurde die seit Dezember geltende Kooperation mit drei Salzburger Privatkliniken bis Ende Mai verlängert. Dadurch habe man bisher 173 Operationen extern durchführen können.

OÖ beginnt zu „haushalten“

In Oberösterreich werden ab Montag die Bettenkapazitäten für Covid-19-Patienten aufgestockt, im Gegenzug kann es wieder zu Verschiebungen von Operationen kommen. Die Situation sei noch nicht so schlimm wie im November und Dezember des Vorjahres, aber man beginne bereits mit den Intensivbetten „hauszuhalten“, sagt Jutta Oberweger, Konzernsprecherin der Oö. Gesundheitsholding.

Man werde einige Eingriffe, die nicht dringlich sind und bei denen man wisse, dass der Patient längere Zeit ein Intensivbett brauche, verschieben. Auf den oö. Intensivstationen stehen ab Montag für Corona-Kranke statt 75 Einheiten 103 zur Verfügung, auf den Normalstationen wird ab 29. März die Anzahl der Corona-Betten von 300 auf 400 erhöht. Aktuell liegen im Bundesland 220 Personen auf Normal- und 64 auf Intensivstationen in Spitälern.

Obwohl auch die Steiermark deutlich hinter dem Herbst 2020 liegt, laufen die Vorbereitungen. In Tirol sei die Lage noch stabil, es gebe erst „minimale Verschiebungen“. In Vorarlberg ist derzeit ein Intensivbett mit einem Covid-19-Patienten belegt, 27 sind für alle Erkrankungen frei.

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