Cyberangriff auf EZB-Präsidentin Lagarde

Die Ermittlungen laufen noch © APA/AFP/JOHN THYS

EZB-Präsidentin Christine Lagarde ist Opfer eines Hackerangriffs geworden. „Wir können bestätigen, dass es kürzlich einen versuchten Cyberangriff auf die Präsidentin gab“, sagte ein Sprecher der Europäischen Zentralbank (EZB) am Dienstag auf Anfrage, ohne Details zu nennen. Nach Informationen aus Koalitionskreisen hatten die Angreifer dabei vorgegeben, die frühere deutsche Kanzlerin Angela Merkel zu sein, um von Lagarde eine Bestätigungsnachricht auf Whatsapp zu bekommen.

Offiziell wurde das nicht bestätigt. Der Angriff sei aber schnell erkannt und gestoppt worden, teilte ein EZB-Sprecher mit. Es seien keine Informationen abgeflossen.

Der deutsche Verfassungsschutz und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) sehen den Vorfall aber offenbar als gravierend an, weil sie – ohne Namen zu nennen – die Bundestagsabgeordneten in einem gemeinsamen Schreiben vor dieser Methode von Hackern warnen. „BSI und BfV haben Kenntnis über eine aktuelle Social-Engineering-Kampagne, die sich insbesondere gegen hochrangige politische Personen richtet“, heißt es darin.

Die Methode an sich ist für Hackerangriffe nicht neu. Danach wird ein Messenger-Account unter dem Namen der anderen Person angelegt und mit deren tatsächlichen Mobilfunknummer verknüpft. Dann wird eine andere Person angeschrieben, die man mit dem falschen Namen zur Antwort lockt. Neu sei, dass dies nun mit hochrangigen Politikernamen geschieht, schreiben beide Behörden. Sie raten, niemals Authentifizierungscodes von Messengerdiensten zu übermitteln. Zuerst hatte „Business Insider“ über den Vorfall berichtet.

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