Daniel Hope: Journey to Mozart (DG)

Er ist nicht nur ein großer Mozart-Verehrer, sondern erforscht das Genie aus seiner Berührung mit Mozarts Werk. Der in Südafrika geborene 45-jährige Geiger Daniel Hope, seit 1916 in Berlin lebend, aber durch sein langjähriges Wirken in Wien von der Aura der Wiener Klassik angesteckt , die er in seinem neuesten Album auf seiner Klangreise selektiv durchforstet. Mit seinem Zürcher Kammerorchester unternimmt er als Musikdirektor eine Erkundungstour zu anderen „Sternen“ im Kosmos Mozart wie Gluck, Haydn, Myslivecek und Johann Peter Salomon und stellt sie teils auch bewertend gegenüber. Zum Beispiel das Violinkonzert in G-Dur von Haydn und jenes von Mozart Nr. 3 KV 216 in der gleichen Tonart: „Haydns Konzert ist ein Juwel, jenes von Mozart eine Offenbarung“. Subjektiv, aber bezeichnend dafür, dass er sich nicht mit dem Notentext begnügt, sondern über die Musik die Seele ihrer Schöpfer und Menschen entdecken will. Generell versucht Hope, der übrigens auf einer Guarneri spielt, hier der Musik des 18. Jahrhunderts im Kontext mit ihrer Entstehung auf den Grund zu gehen, indem er stilistisch verdeutlicht, probiert (manchmal etwas mit auffallend zurückhaltenden Tempi) und demonstriert. Alles sehr beeindruckend. Für Geiger mag die CD auch lehrreiche Deutungsmöglichkeiten eröffnen. Also bitte unbedingt kaufen.                Georgina Szeless