Das Duell der Benzinbrüder

Favorit früh draußen – Bruderkampf prägte ersten Jännerrallye-Tag

Julian Wagner (Skoda Fabia R5) war am ersten Tag der 34. Int. Jännerrallye nicht zu bremsen.
Julian Wagner (Skoda Fabia R5) war am ersten Tag der 34. Int. Jännerrallye nicht zu bremsen. © Illmer

Die Prophezeiung von Vorjahressieger Johannes Keferböck sollte eintreffen. Für den erklärten Topfavoriten sogar schon sehr früh. Für den Staatsmeister von 2016, Hermann Neubauer, war die 34. Internationale Lietz Sport Jännerrallye nach wenigen Kilometern schon zu Ende.

Erst brach am Ford Fiesta vom Zellhofer-Racing eine Antriebswelle, dann kam Neubauer auf der Verbindungsetappe auch noch ein Mühlviertler Autofahrer in die Quere und bei der Kollision ein Rad abhanden. Stinksauer „flüchtete“ der Lungauer aus Freistadt.

Benzinbrüder-Duell

Davon zeigten sich die Lokalmatadore wenig beeindruckt, Julian Wagner im Baumschlager-Skoda Fabia zog eine souveräne Spur durch den Schnee und notierte eine Bestzeit nach der anderen im Fahrtenbuch. „Es wird immer schöner, der Schnee wird immer mehr“, war Julian Wagner mit Wetter, Wagen und seiner überlegenen Halbzeitführung hochzufrieden. „Ich fühl mich unheimlich wohl, der Skoda Fabia ist perfekt abgestimmt, Danke ans ganze BRR-Team!“

Bruder Simon konnte nur phasenweise mithalten, dahinter zeigten Keferböck und der Vorchdorfer Gerhard Aigner ihre winterliche Leidensfähigkeit.

Der Schneefall ließ den Rallyepiloten keine Verschnaufpause, auf der letzten Sonderprüfung des Freitags, doppelt zu absolvieren, trennte sich endgültig die Spreu vom Weizen.

Knapp 19 Kilometer zwischen Schönau und St. Leonhard, rutschig, eisig, tiefer Schnee, kaum Sicht, schwieriger geht es nicht mehr. Was auch Routinier Hermann Gassner bestätigte, der Bayer absolviert aktuell seine 500. Rallye, fuhr im Mühlviertel schon etliche Podestplätze und 2002 den Gesamtsieg ein. „So etwas habe ich noch nicht erlebt, das ist unglaublich brutal.“

Blindflug und Bleifuß

Gerhard Rigler kämpfte neben der Witterung noch mit der Dunkelheit. Da half auch modernste LED-Technik nicht viel. „Der Schneefall reflektiert das Licht, und in der Nacht sehe ich ja ohnehin nichts“, schmunzelte der ZMR-Ford-Pilot, der Blindflug wurde immerhin mit der drittbesten Zeit auf SP 7 belohnt.

Eine Fehlkalkulation warf Robert Zitta (Subaru) hingegen aus dem Rennen. „Uns ist der Sprit ausgegangen.“ Da hatte der Ehrenobmann des RC Mühlviertel seinen Bleifuß wohl nicht unter Kontrolle.

AHA