Das ging schneller als gedacht

Fußball-Bundesliga: Ried-Coach Muslic warf Handtuch, Heraf übernimmt

Miron Muslic (l.) warf das Handtuch, Andreas Heraf rückt zum Cheftrainer auf.
Miron Muslic warf das Handtuch. © APA/EXPA-Hackl

Nach zehn Spielen ohne Sieg und mit nur drei Punkten zog Miron Muslic die Konsequenzen: „Aufgrund der aktuellen Situation und nach Abwägung aller Vor- und Nachteile für den Verein und für mich trete ich als Trainer der SV Guntamatic Ried zurück. Leider haben wir unsere gemeinsamen sportlichen Ziele nicht erreicht“, wurde der 38-Jährige in einer Aussendung des Klubs zitiert.

Auf VOLKSBLATT-Nachfrage meinte er nur: „Ich möchte mich dazu derzeit nicht äußern.“

Der Verein hofft, dass sich „jetzt der Erfolg einstellt. Andreas Heraf hat Kompetenzen, die wir im Abstiegskampf dringend benötigen“, meinte Wolfgang Fiala, der Sportliche Leiter der Innviertler, im Gespräch mit dem VOLKSBLATT. Er betonte aber auch, dass der „Klub mit Muslic noch weiterarbeiten wollte. Es war seine Entscheidung.“

Klar ist jedoch, dass die Installierung von Heraf als Co-Trainer, wie letzte Woche kommentiert, ein Misstrauensvotum gegen den Chefcoach war. Wir fragten schon damals: Ist Heraf der Aufpasser, das Korrektiv, der heimliche oder künftige Chef?

Oder, ob beide an einem Strang ziehen? Nun liegen die Antworten auf dem Tisch, zog der 38-jährige Muslic die Notbremse. Immer deutlicher traten die Auffassungsunterschiede zwischen ihm und Heraf zu Tage, es gab ein Gerangel um die Kompetenzen. „Wir haben einen starken Co-Trainer installiert, das muss man erst einmal aushalten“, räumte Fiala ein.

Der Ärger war vorprogrammiert, er kam nur schneller, als erwartet. Schon in der letzten Saison war Heraf in Ried, nach dem Aufstieg und heftigen Dissonanzen mit dem damaligen Trainer Gerald Baumgartner musste er gehen.

Schon damals wurden dem Ex-Teamspieler Ambitionen auf den Cheftrainersessel nachgesagt, nun hat er diesen inne und eine große Aufgabe vor sich. Bereits in den beiden Testmatches gegen Amstetten (0:0) und Horn (3:2) war Heraf verantwortlich, Muslic saß nur noch auf der Tribüne.

Eine Analyse von Roland Korntner

Wie ist Ihre Meinung?