Das hat OÖ noch nicht gesehen

Klaus Albrecht Schröder kuratiert erstes Bundesländer-Gastspiel der Albertina in Linz

Andy Warhol, Mercedes-Benz Formel Rennwagen W125,1987, Dauerleihgabe aus Privatbesitz.
Andy Warhol, Mercedes-Benz Formel Rennwagen W125,1987, Dauerleihgabe aus Privatbesitz. © The Andy Warhol Foundation for the Visual Arts, Inc./Bildrecht, Wien 2019

Andy Warhols „Mercedes-Benz Formel Rennwagen W 125“, ein Frauenporträt von Alex Katz, Arbeiten von Roy Lichtenstein oder Julian Schnabel. Sie alle und Arbeiten vieler weiterer amerikanischer Pop Art-Größen werden ab 18. November im Linzer Schlossmuseum zu bestaunen sein und zwar in einer hierzulande vorher nie gesehenen Dichte.

„Warhol bis Rauschenberg: Amerikanische Kunst aus der Wiener Albertina“ titelt die Schau, die bis 29. März 2020 die beliebte Kunstrichtung in einer hochwertigen Zusammenstellung von mehr als 200 Arbeiten, darunter viele Großformate, mit einem Versicherungswert von 200 Mio. Euro in Linz präsentiert.

Erste Kooperation

Zum ersten Mal finde so eine Kooperation zwischen einem großen Wiener Bundesmuseum und einem Landesmuseum statt, erklärte Bernhard Prokisch, Wissenschaftlicher Leiter des OÖ. Landesmuseums, beim gestrigen Pressetermin. Das könnte richtungsweisend sein, geht es doch auch darum, „Schätze der Republik auch den Bundesländern zugänglich zu machen“, so Landeshauptmann Thomas Stelzer.

Klaus Albrecht Schröder, Generaldirektor der Albertina, ist mit der Idee dazu an Stelzer herangetreten und bei diesem gleich auf Begeisterung gestoßen. Mit dem neu gestalteten Südflügel verfüge Linz seit zehn Jahren auch über die entsprechende Infrastruktur für eine Schau dieser Größenordnung: „Es ist eine Auszeichnung für unser Landesmuseum, dass die Albertina mit ihren Werken kommt“, betonte Stelzer.

Schröder ließ es sich nicht nehmen, die Ausstellung höchstpersönlich zu kuratieren: „Ein lang gehegter Wunsch, eine Rückkehr und ein Dankeschön an meine Heimatstadt Linz“. Und: Die Albertina verfüge über mehr Kunst, als sie gleichzeitig zeigen könne und von Kunst im Depot halte er nichts, so Schröder. Er könne sich vorstellen, künftig die eine oder andere große Ausstellung in den Bundesländern zu gestalten.

In diesem Umfang und Kontext war die Pop Art-Kunst der Albertina noch nicht zu sehen. Schröder: „Wir betrachten mit den Arbeiten aus der Zeit von 1960 bis heute jene Kunst, die als erste mit Massenmedien gearbeitet hat und damit auch die Rolle der Massenmedien für die Kunst.“ Gezeigt werden Werke US-amerikanischer Künstler. „Kein Land ist dafür besser geeignet als die USA“, so Schröder. Nach ihrer Linzer Zeit soll die Ausstellung in ein paar Jahren auch in der neuen Dependance, der Albertina Modern, die 2020 eröffnet wird, Einzug halten. Schröder streute dem künftigen Direktor des OÖ. Landesmuseums Alfred Weidinger Rosen und deutete die Möglichkeit künftiger Zusammenarbeit an.

Als Sponsor für die Ausstellung konnte die RLB OÖ gewonnen werden: Generaldirektor Heinrich Schaller sieht im Kultursponsoring auch eine Möglichkeit, die Attraktivität des Standortes Linz nach außen zu tragen.

Wie ist Ihre Meinung?