„Das ist bei uns kein Werbegag“

Hypo-Generaldirektor Klaus Kumpfmüller: „Nachhaltigkeitsstrategie umfasst alle Bereiche“

Hypo-Generaldirektor Klaus Kumpfmüller: „Die Hypo Oberösterreich ist bei nachhaltigen Produkten und Investments im deutschsprachigen Raum eine Vorreiterin. Nicht umsonst haben wir für unsere nachhaltige Produktschiene das österreichische Umweltzeichen verliehen bekommen.“
Hypo-Generaldirektor Klaus Kumpfmüller: „Die Hypo Oberösterreich ist bei nachhaltigen Produkten und Investments im deutschsprachigen Raum eine Vorreiterin. Nicht umsonst haben wir für unsere nachhaltige Produktschiene das österreichische Umweltzeichen verliehen bekommen.“ © Hypo/Wakolbinger

Dass Nachhaltigkeit für die Hypo Oberösterreich nicht nur ein Schlagwort ist, bestätigt Generaldirektor Klaus Kumpfmüller, der seit August 2020 die Geschicke des Instituts mit mehr als 400 Mitarbeitern leitet, im Interview.

VOLKSBLATT: Wie fällt Ihre Bilanz nach gut einem Jahr an der Spitze der Hypo Oberösterreich aus?

KLAUS KUMPFMÜLLER: Ich bin sehr gut in der Bank angekommen und es macht mir sehr viel Freude, in dieser Funktion zu arbeiten. Wir haben uns jedoch keine lange Einarbeitungszeit gegönnt, sondern die Strategie der Bank überarbeitet.

Mit welchen konkreten Schwerpunkten?

Da geht es um Profitabilität, Wachstum durch die Etablierung neuer Kundensegmente und natürlich die Positionierung des Themas Nachhaltigkeit in seiner gesamten Breite. Und wie das Halbjahresergebnis gezeigt hat, haben unsere Bemühungen auch Früchte getragen.

Das heißt, in der Bilanz ist bereits Ihre Handschrift gut sichtbar.

In aller Bescheidenheit, ja. Eine Neu-Orientierung ist immer wichtig – und mit unserer aktuellen Strategie sind wir gut aufgestellt.

Sie sprechen von neuen Zielgruppen. Welchen?

Wir wollen im Wohnbau weiter unser Profil schärfen und zulegen. Darüber hinaus auch im Segment der Freiberufler, da wollen wir weitere Berufsgruppen dazugewinnen. Ich denke da beispielsweise an Selbstständige im Pflegebereich oder Physiotherapeuten. Aber auch im KMU-Segment wollen wir zulegen, das war bis dato nicht so in unserem Fokus.

Sie haben das Thema Nachhaltigkeit angesprochen.

Ja, das ist uns ein großes Anliegen.

Und nicht bloß ein Marketing-Gag?

Nein, weil wir das als strategischen Schwerpunkt definiert haben. Das beginnt bei innerbetrieblichen Nachhaltigkeitsgrundsätzen, die sich dann beispielsweise im Beschaffungswesen wiederfinden. Wir haben als erste große oberösterreichische Regionalbank ein ISO-zertifiziertes Umweltmanagementssystem im Einsatz. Und natürlich spielen da auch Arbeitszeitmodelle und soziale Aspekte für die Mitarbeiter mit hinein wie auch eine transparente Kommunikation. Wir arbeiten auch an unserem ersten Nachhaltigkeitsbericht.

Wann soll der erscheinen?

Im April 2022 zusammen mit der Jahresbilanz für das laufende Geschäftsjahr.

Was bedeutet der Begriff Nachhaltigkeit im Umgang mit Ihren Kunden?

Diese innerbetrieblichen Maßnahmen sind dann die Basis für nachhaltige Finanzdienstleistungen. Weil nur dann kann man guten Gewissens auf Produkte das Wort Nachhaltigkeit draufschreiben. Wir haben diese Woche bereits das erste Produkt unserer neuen Produktschiene namens „hypo_blue“ platziert – eine Wohnbauanleihe. Und wir haben schon weitere nachhaltige Produkte – ein Giro- und ein Sparkonto – in der Pipeline, die wir demnächst auf den Markt bringen werden.

Goutieren die Kunden das?

Ja, die Nachfrage ist riesig! Und wir garantieren natürlich auch, dass wir auf der anderen Seite nur ökologisch wertvolle Projekte finanzieren. Das sind zum Beispiel die Errichtung von besonders energieeffizienten und klimafreundlichen Wohnbauten.

Und das ist auch rentabel, also wirtschaftlich gerechtfertigt?

Nachhaltige Veranlagungen waren vielleicht vor zehn, 15 Jahren nur etwas für Sozialromantiker. Heutzutage rechnen sich ethische Investments wirtschaftlich, klimapolitisch und sozial mit hohen Renditen. Es ist also eine Win-Win-Win-Situation.

Mit Hypo-Generaldirektor KLAUS KUMPFMÜLLER sprach Oliver Koch

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