„Das ist ja keine Operation am offenen Herzen!“

„Dancing Star“ Nina Kraft geht die Sache Tanzen locker an und möchte trotzdem weit kommen

Die Oberösterreicherin Nina Kraft tanzt ab 24. September im Ballroom des ORF.
Die Oberösterreicherin Nina Kraft tanzt ab 24. September im Ballroom des ORF. © ORF/Hans Leitner

Sonst moderiert sie große Shows, am 24. September (20.15 Uhr, ORF 1) begibt Sie sich auf ein Terrain, das noch einige Unsicherheiten für sie birgt: Mit ihrer Teilnahme bei der ORF-Show „Dancing Stars“ möchte Nina Kraft (Jg. 1985) eine andere Seite von sich zeigen. Die Linzerin über das Training, vermeintlich zu enge Kleider und die Leichtigkeit beim Tanzen.

VOLKSBLATT: Mussten Sie lange überlegen, als Sie gefragt wurden, ob Sie am Tanzparkett dabei sein möchten?

NINA KRAFT: Ich habe sofort zugesagt, ohne zu wissen, worauf ich mich da einlasse. Ich habe mir gedacht, wenn alle so davon schwärmen und das als speziell betrachten, dann mache ich das natürlich auch.

Haben Sie die Show früher im Fernsehen verfolgt?

„Dancing Stars“ habe ich immer angeschaut. Ich hatte letztes Jahr das Glück, die „Licht ins Dunkel“-Gala aus dem Ballroom moderieren zu dürfen. Da habe ich gedacht: Hier zu tanzen, wäre richtig cool. In dem Moment, wo einem dann bewusst wird, ok, jetzt stehe ich bald wirklich dort, wird es schon aufregend.

Wie sieht es mit Ihren bisherigen Tanzerfahrungen aus?

Ich war mit 16 in der Tanzschule und hab dort zwar die Grundschritte gelernt, mir ist davon aber nichts mehr eingefallen. Von dem her muss ich alles wieder neu lernen.

Was wird Ihr erster Tanz sein?

Wir sind jetzt zwei Wochen jeden Tag zweieinhalb Stunden im Training und haben den ersten Tanz, den Jive, so gut wie fertig. Jive ist der schnellste Tanz von allen und den als ersten Tanz zu haben, ist natürlich schon hart. Aber einstweilen spielen wir die Musik im Training noch auf 80 Prozent und ich fürchte mich schon davor, wenn es auf 100 ist.

Was bringen Sie mit, das Ihnen jetzt hilft?

Eine Leichtigkeit. Das ist ja keine Operation am offenen Herzen, das ist eine Unterhaltungssendung und wenn man selbst Spaß hat, wird das Publikum das auch spüren. Und wenn der eine oder andere Tanzschritt nicht perfekt ist, ist das etwas, das vielleicht sogar Sympathie erzeugt. Ich bin kein Freund der Perfektion. Es darf immer ein bissl menschln bei mir und wenn es menschlt, passieren Fehler. Ich will natürlich schon so gut wie möglich tanzen, habe aber auch keine Scheu davor, wenn etwas nicht 100-prozentig funktioniert.

Was sind die größten Herausforderungen für Sie?

Im Kopf stark zu blieben, mit diesem Druck umzugehen, dass man nicht viel Zeit hat für einen Tanz, dass da die Kameras sind, Interviews, ein Millionenpublikum zuschaut. Da sind ganz viele Sachen und da wird sich schon die eine oder andere Unsicherheit von einem selber zeigen. Ich hab irrsinnige Angst, mich zu vertanzen und nie mehr in den Tanz zurückzufinden. Man tanzt mit hohen Schuhen, rutscht leicht aus, das sind alles Unsicherheitsfaktoren.

Wie funktioniert die Partnerschaft mit Ihrem Tanz-Profi Stefan Herzog?

Ich habe ganz viel Glück gehabt mit meinem Partner. Das ist ein super Kerl, ein ganz kluger Kopf, der Medizin und Psychologie studiert hat. Er ist sehr lieb und weiß ganz genau, wie er mich antreiben muss, damit ich Leistung bringe: Bei mir ist Lernen immer mit einer Gaudi verbunden, da merke ich mir am meisten. Von der Kondition her passt es auch gut einstweilen. Mein Tanzpartner braucht noch mehr Pausen als ich, schließlich muss er mich ja durchtragen.

Gab es schon Verletzungen?

Ich bin am zweiten Tag schon gehumpelt. Und da habe ich natürlich das Glück, einen Mediziner an meiner Seite zu haben, der mir gleich ein paar Übungen verschrieben hat und dann ist es wieder besser gegangen.

Für die Choreografie ist ja Ihr Partner zuständig. Dürfen Sie mitreden?

Wenn mir etwas gar nicht liegt, dann darf ich das sagen und wir führen Verhandlungen, ob dieser Schritt tatsächlich bleiben muss. Grundsätzlich gibt schon Stefan den Ton an, er hat sich ja auch was gedacht bei der Choreografie. Ich bin einfach nur eine Schülerin und vertraue ihm sehr.

Für Silvia Schneider war das Tanzen ein Mädchentraum, der in Erfüllung geht. Ist das bei Ihnen ähnlich?

Ich war eigentlich eher schüchtern, musste nicht immer in der ersten Reihe tanzen. Bei mir hat sich das erst später durch meinen Beruf entwickelt.

Wie fühlen sich die Kostüme an?

Wenn man die Latein-Kleider zum ersten Mal anzieht, glaubt man, die sind fünf Nummern zu klein und man hat das Gefühl, man geht im Badeanzug auf die Bühne. Das war fast ein kleiner Schock für mich, das ist sehr wenig Stoff. Aber die Kostümbildner haben gemeint, da wäre noch jeder am Anfang schockiert gewesen und nachher habe es jedem Spaß gemacht.

Spüren Sie schon Konkurrenzdenken zwischen den Kollegen?

Nein, ich habe das Gefühl, das ist eine sehr entspannte Truppe heuer, wo keiner übertriebenen Ehrgeiz hat. Es hat einen Promo-Dreh gegeben, bei dem die Paare tanzen mussten, da hat man sich aber schon gegenseitig beäugt.

Wie gehen Sie mit Kritik um, vor allem, wenn sie heftig ausfällt?

Es ist der Job der Jury, dass sie mich kritisiert. Die werden in jedem Fall recht haben, weil das die Profis sind und ich bin Anfänger. Wenn die Jury mir Kritik gibt, dann ist das ja fast ein Geschenk. So oft hat man nicht die Chance, von so jemandem Feedback zu kriegen.

Wer wird bei der Show aus Ihrem Umfeld mit dabei sein?

Selbstverständlich werden meine Mutter und meine Oma ganz vorne mit dabei sein und auch Freunde. Wir haben durch Corona ein sehr kleines Publikum, das auf 200 bis 250 Personen beschränkt ist. Das ist also wirklich ein Family- and Friends-Event.

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Wie weit möchten Sie gern kommen?

Meine große Motivation ist, alle Kleider zu tragen. Das heißt natürlich, so lange wie möglich dabei bleiben. Für meinen Tanzpartner und mich gibt es jetzt aber einmal Wochenziele. Ich träume nicht vom Finale, sondern sage: So lange uns diese Reise Spaß macht, sind wir auf dem richtigen Weg.

Welche Erwartungen haben Sie von „Dancing Stars“ für Ihre Karriere?

„Dancing Stars“ ist eine gute Möglichkeit, um eine andere Seite von mir zu zeigen. Es ist die Hauptabendsendung in Österreich, hat große Bekanntheit und es ist eine Geschichte, die man einmal im Leben macht. „Dancing Stars“ ist ein Mythos.

Mit NINA KRAFT sprach Melanie Wagenhofer

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