„Das Landestheater LINZ zu zerstören, ist ein Verbrechen“

Es hagelt Kritik von allen Seiten am Linzer Bürgermeister Klaus Luger

Linzer Musiktheater © Sigrid Rauchdobler

Da wurden wohl die Reaktionen ganz schwer unterschätzt, denn die Petition #LINZLIEBTSEINTHEATER (www.landestheater-linz.at) wird von Menschen aus dem In- und Ausland genützt, um ihr Missfallen auszudrücken. Und zwar gegen die Entscheidung des Linzer Bürgermeisters Klaus Luger, den Theatervertrag mit dem Land OÖ ab 2020 aufzukündigen. SPÖ und FPÖ marschieren also am 6. Dezember im Gemeinderat im Gleichklang gegen die renommierte kulturelle Position der Stadt und auch gegen die des Landes.

Mehr als 10.000 Personen haben bereits die Online-Petition unterschrieben und Tausende Kommentare hinterlassen. Weiters sind mehr als 4500 Erklärungen handschriftlich eingegangen. Darunter von kulturellen Persönlichkeiten wie Nicholas Ofczarek, Friedrich Cerha, Claus Peymann, Bertrand De Billy, Cornelius Meister, Adrian Eröd, Ramesh Nair, Christian Dolezal, Joachim Meyerhoff … Und den auf dieser Seite Zitierten.

„Ich komme regelmäßig von Prag nach Linz … Die Theateraufführungen machen die Reisen
lohnenswert“

Michael Trask
Theatergeher

Übrigens: Wo bleiben die Stellungnahmen der KUPF, wenn neben dem mittlerweile schwer beschädigten kulturellen Image der Stadt Linz auch Kündigungen im Raum stehen, die Mitarbeiter von Landestheater und Bruckner Orchester betreffen könnten? „Das Wort Kündigung wäre sofort wieder auf dem Tableau“, so Chefdirigent Markus Poschner im VOLKSBLATT-Interview.

Völlig uneinsichtig zeigt sich Klaus Luger, der mittlerweile den SP-Kultursprecher Stefan Giegler vorschickt. In die sogenannte Schieflage bei den Zahlungen der Stadt ans Land werden neuerdings auch gleich die Zuschüsse zum Bau des Linzer Musiktheaters gerechnet. Das hat mit dem Theatervertrag, der die Stadt zur Zahlung von 14 Millionen Euro an das Land OÖ verpflichtet, überhaupt nichts zu tun und ist ein populistisches Aufrechnen aus der tiefsten Schublade. Äußerst unverfroren verlangt Giegler für Klaus Luger von LH Thomas Stelzer die „unsachlichen und verleumderischen Agitationen des Intendanten und Ensembles des Landestheaters gegen den Linzer Bürgermeister zu unterbinden“.

Ph W.