Das Linzer Kulturjahr 2021 soll vielfältig werden

Beim Stream Festival 2018 gab es noch keine Corona-Sorgen, heuer sieht das anders aus. Ein Präventionskonzept soll die Austragung dennoch möglich machen.
Beim Stream Festival 2018 gab es noch keine Corona-Sorgen, heuer sieht das anders aus. Ein Präventionskonzept soll die Austragung dennoch möglich machen. © Christoph Thorwartl

„Digitalisierung und der damit verbundene umfassende Wandel in Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft ist das Thema unserer Zeit. Die Corona-Pandemie hat bewiesen, dass die Digitalisierung enormen Nutzen bringt. Die Linzer Kulturszene ist dabei sehr innovativ und erfolgreich. Diese Erkenntnis gilt es, ins neue Jahr mitzunehmen“, betonte Kulturstadträtin Doris Lang-Mayerhofer gestern im Zuge einer Online-Pressekonferenz zum Kulturjahr 2021 in Linz. Getragen von „Optimismus und Zuversicht“ präsentierten Lang-Mayerhofer und Kulturdirektor Julius Stieber die Höhepunkte, die 2021 bringen soll.

Kulturmillion für Freie Szene

Mit der Ende 2019 beschlossenen Erhöhung des Kulturförderbudgets der Stadt Linz um 13 Prozent habe sich ab 2020 der Handlungsspielraum für das freie Kunst- und Kulturschaffen erweitert. Dieser Weg werde auch 2021 fortgesetzt. Im Bereich der Kunst- und Kulturförderung bleibt die Erhöhung des Förderbudgets. Zusätzlich werden im Rahmen des mit insgesamt 65 Millionen Euro dotierten städtischen Konjunkturpakets „Pakt für Linz“, von dem insgesamt fünf Millionen Euro für die Kultur vorgesehen sind, eine Million Euro für Kulturinvestitionen der Freien Szene bereitgestellt.

Sonderförderprogramme

Unter dem Titel „an_TON_Linz“ wurde heuer ein neues kulturelles Sonderförderprogramm ins Leben gerufen. Bis zum 6. Mai können Projekte, die sich mit dem Leben und Wirken Anton Bruckners befassen, eingereicht werden. Das Programm soll bis zum Jubiläumsjahr 2024, wenn Oberösterreich den 200. Geburtstag des Komponisten feiert, weitergeführt werden, so Lang-Mayerhofer. Die Gesamtdotation beträgt 15.000 Euro und soll sich bis zum Brucknerjahr kontinuierlich steigern.

Zudem geht das Sonderförderprogramm „LINZ_sounds“ mit einer Dotation von 30.000 Euro in die dritte Runde. Es ist an der Schnittstelle von Digitalisierung und Musik angesiedelt. Hinzu kommen weitere Sonderförderprogramme wie etwa der mit 90.000 Euro dotierte LINZimPULS. Zusammen sollen die Maßnahmen also wieder ein vielfältiges Kulturleben ermöglichen. Es gelte, sich auf Rahmenbedingungen, die Kultur in Präsenzform wieder möglich machen, vorzubereiten, aber auch den Schwung der Digitalisierung mitzunehmen. „Der Mensch im Zeitalter der Digitalisierung“ wird 2021 als Jahresmotto beibehalten. Linz verfügt mit dem Ars Electronica Festival und dem Stream Festival über zwei Flaggschiffe zu diesem Thema.

Stream als Open-Air-Auftakt

„Wir sind für alle Eventualitäten aufgestellt“, so wolle man nach einem „langen Corona-Winter“ mit einem „langen Kultur-Frühling und -Sommer“ loslegen, gab sich Stieber hoffnungsfroh. Das biennal stattfindende Stream Festival (27. bis 29. Mai) werde das erste Open-Air-Musik-Event des Jahres vor Publikum sein. Mit der heurigen Ausgabe wird quasi die zweite Ausgabe nachgeholt. Voraussetzung dafür seien Zugangskontrollen für das Festivalgelände an der Donau in Urfahr. Time-Slots werden für zwei Stunden vergeben, mehr als 2000 Gäste dürfen sich nicht auf dem Areal befinden. Zudem wird das Festival gestreamt. Und sollte doch keine Präsenzveranstaltung möglich sein, gebe es ein „Hybridformat“, meinte Stieber.

Wieder am JKU Campus

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Das Ars Electronica Festival wird vom 8. bis 12. September erneut auf dem JKU Campus ausgetragen. Im Vorjahr wurde es großteils ins Netz verlagert. Damit entwickelte sich die Ars Electronica vom internationalen Festival in Linz zu einem weltweiten Festival. Dieses Kapitel soll heuer fortgeschrieben werden. Neben dem JKU Campus werden weiterhin die Ars-Standorte wie das AEC, die Kunstuniversität Linz, das Salzamt und das OÖ Kulturquartier bespielt.

Außerdem wird im Ars Electronica Center das neue „Home-Delivery“-Programm weiter forciert. Ein Highlight ist dabei der Deep Space LIVE.

Auch die weiteren Festivals sollen möglich gemacht werden. Nextcomic präsentiert von 18. bis 27. März unter dem Motto „next family“ im OÖ Kulturquartier sowie in den Partner-Institutionen sequenzielle und grafische Kunst. Das Atelierhaus Salzamt wandelt sich zu einer offenen Werkstätte.

Das Crossing Europe Filmfestival zeigt von 21. bis 26. April mit einer handverlesenen Auswahl von rund 140 Kurz-, Spiel- und Dokumentarfilmen eine differenzierte Sichtweise auf europäische Lebenswelten.

Von 29. April bis 2. Mai findet das biennal veranstaltete Festival 4020 unter dem Motto „Fluss=Geschichten“ im Brucknerhaus statt. Es widmet sich den Themen Wasser und Fluss aus musikalischer Perspektive.

Das von 1. bis 6. Juni zum zweiten Mal stattfindende Festival LINZ FMR hat sich dem Thema Kunst im digitalen und öffentlichen Kontext verschrieben und wird Künstler einladen, das Areal rund um den Urfahraner Mühlkreisbahnhof zu gestalten und neu zu definieren.

Pflasterspektakel und Co.

Auch das 34. Pflasterspektakel soll im Juli in Szene gehen. An mehreren Wochenenden soll mit coronatauglichem Konzept Straßenkunst gezeigt werden.

Die Sommerkonzerte im Musikpavillon starten am 9. Juni wieder bei freiem Eintritt. Im Spätsommer setzt das Internationale Brucknerfest Linz (4. September bis 11. Oktober) seine Auseinandersetzung mit Anton Bruckner fort. Die Linzer Klangwolke ist für den 11. September geplant.

Kinder und Jugendliche sollen 2021 ebenso wieder auf ihre kulturellen Kosten kommen. Für September ist etwa das City Open Air der Linzer Musikschule geplant. Die Kinderklangwolke wird am 12. September veranstaltet sowie die Kinderkulturwoche von 14. bis 24. Oktober. Fortgesetzt wird am 19. Mai das biennal stattfindende Projekt „Tag des Kinderliedes“, eine Kooperation der Linzer Musikschule mit dem OÖ Landesmusikschulwerk. Die Jubiläumsfeier anlässlich „70 Jahre Musikschule der Stadt Linz“ unter dem Motto „Roots“ soll am 3. Mai im Brucknerhaus nachgeholt werden.

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