„Das macht mich sehr stolz“

„Das bedeutet mir sehr viel, ich bin überglücklich. Der Aufwand hat sich gelohnt. Das macht mich sehr stolz. Ich hoffe, es geht so weiter“.

Nachdem sich die Nervosität der Siegerehrung gelegt und das TopTalent 2019 den Foto-Marathon hinter sich gebracht hatte, plauderte Tobias Leitner im Gespräch mit dem VOLKSBLATT locker drauf los.

„Harte Arbeit zahlt sich aus“

Das Tennis-Ass war mit 14 Jahren der jüngste der TopTalent-Kandidaten und durfte dank 28.972 Stimmen auf der großen Abschlussgala im VKB-Kundenforum in Linz den Siegerpokal in die Höhe stemmen. „Danke an die ganze Familie, besonders an meine Oma“, bedankte sich Tobias auf der Bühne artig und gab zu, selbst etwas nachlässig beim Abstimmen gewesen zu sein. Irgendwie aber auch verständlich, denn neben der Schule trainiert der ehrgeizige Mühlviertler rund 30 Stunden pro Woche. „Ich mache doppelt so viel Konditionstraining wie die anderen im Leistungszentrum“, erzählte Tobias stolz.

In Sachen „Wahlwerbung“ setzte Familie Leitner auch auf den persönlichen Kontakt. Da wurden für eine Veranstaltung extra Zettel mit der Erklärung der Aktion gedruckt, danach stellte sich Tobias, unterstützt von seinem Onkel Franz, bei jedem der knapp 300 Gästen vor und bat um Unterstützung. „Der Erfolg zeigt mir, dass sich harte Arbeit auszahlt.“
Sein Ziel hat der, nach eigenen Angaben sehr gute Schüler klar vor Augen: Tennis-Profi werden. „Top 100, Top 10, ich setze mir keine Grenzen.“

Der Sieg bei der TopTalent-Wahl sei ein zusätzlicher Motivationsschub, ist sich Vater Christian, 2007 Faustball-Weltmeister, sicher. „Er hat sich das verdient. Das bleibt in Erinnerung.“ Nachsatz: „Der Weg ist eh noch ein steiniger.“

Sein Sohnemann will diesen aber zielstrebig gehen. Nächste Station wird nächste Woche das Erste Bank Open in Wien sein, wo Tobias seinem Vorbild, Felix Auger-Aliassime, live auf den Schläger schauen möchte. „Ich spiele ähnlich wie er.“ Hoffentlich auch bald ähnlich erfolgreich, denn der 19-jährige Kanadier steht aktuell bereits auf Rang 17 der Weltrangliste, Tendenz steigend.

Stockerlplatz ist „voll die Ehre“

„Ich bin sehr überrascht, aber freue mich voll“ — die Besucher im VKB-Kundenforum erlebten ein kleines Deja-vu, als Karin Brandner und wenig später Romy Reiter als Zweit- und Drittplatzierte auf die Bühne gerufen wurden. Denn beide Talente gebrauchten in ihrer ersten Reaktion beinahe exakt die gleichen Worte. Und noch etwas einte die Sportlerinnen: das strahlende Gesicht ob des Stockerlplatzes. „Es ist voll die Ehre, wenn man hier unter die Top 3 kommt. Wenn man sieht, was für eine Unterstützung man von Familie, Verein oder Schule hinter sich hat“, freute sich Ruder-Ass Brandner, die 23.142 Stimmen einheimste.

Speziell die Eltern der 18-Jährigen legten eine Zusatzschicht nach der anderen ein, um für die nötigen Stimmen zu sorgen. Den 5000er-Karton, den alle TopTalente zu Beginn erhalten hatten, hob man sich für den Schluss auf. „Wir haben zu viert zwei Stimmkarten-Abende gemacht, dabei Life Radio gehört“, grinste die Athletin des WSV Ottensheim, die sich beim Interview mit Sport-Ressortleiter Roland Korntner auf der Bühne unbeabsichtigt einen offenen Schlagabtausch um das Mikro geliefert hatte, den sie letztlich souverän für sich entschied. Nächstes großes Ziel Brandners ist die U23-WM 2020.

Dass Ex-Rodel-Star Birgit Platzer die drittplatzierte Romy Josefa Reiter kurzerhand in Romy Sofia umtaufte, hat ihr das Tischtennis-Ass nicht übel genommen. Nennt sie doch Teamkollegin Sofia Polcanova als großes Vorbild, die Freude über den dritten Rang überstrahlte an jenem Galaabend ohnehin alles. „Die Erleichterung war groß, als ich den Namen gehört habe. Vor allem, weil meine Eltern so viel für mich getan haben“, war die 16-Jährige dankbar. Die Mama hatte insgeheim schon auf einen Podestplatz spekuliert: „Sie hat gesagt, ich glaube, dass du dabei bist.“

Neben Familie und Freunden voteten auch die Kollegen von Linz AG Froschberg fleißig mit. Da wurde öfters der Tischtennisschläger durch den Kugelschreiber ersetzt. „Wir haben eine ehrliche Freude“, jubelte Manager Günther Renner mit. „Sie ist in Österreich Nummer eins in ihrer Altersklasse, eine harte Arbeiterin. Aber natürlich ist der Grad immer schmal.“

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