Das Netz wird wieder zur jungen Bühne

Jugendschiene des Linzer Landestheaters zeigt zwei spannende neue Online-Stücke

Duell um die Rettung der Welt: Dr. Düster (Sofie Pint) gegen Captain Solar (Alexander Köfner)
Duell um die Rettung der Welt: Dr. Düster (Sofie Pint) gegen Captain Solar (Alexander Köfner) © Katja Bozic

Mit gleich zwei Netzbühne-Live-Produktionen startet das Junge Theater am Linzer Landestheater aus dem Lockdown heraus. Die erste, „Malala. Mädchen mit Buch“ von Nick Wood, feiert am Freitag (11 Uhr) für Publikum ab 13 Jahren ihre Premiere. Das Stück beschäftigt sich mit der pakistanischen Kinderrechtsaktivistin Malala Yousafzai, deren mutiger Einsatz 2014 mit dem Friedensnobelpreis gewürdigt wurde. Am Montag dreht sich dann mit „Mission Klima“ (ab 9 Jahre) alles um den Klimawandel. Beide eignen sich sehr gut für Schulklassen.

Malalas Geschichte und der Klimawandel

Nick Wood arbeitet in „Malala“ mit einem Kniff: In seinem Stück versucht ein Autor, dargestellt von Friedrich Eidenberger, die Geschichte von Malala zu recherchieren und niederzuschreiben. Das eröffnet die Perspektive unserer westlichen Welt. „Wie kann jemand, der in der westlichen Welt aufgewachsen ist, so eine Geschichte begreifen? Wie ist unsere Sicht auf so eine Biografie?“, fragt Nele Neitzke, künstlerische Leiterin des Jungen Theaters. Das Publikum werde immer wieder direkt angesprochen und eingeladen, solche Fragen zu diskutieren“, so Regisseur Martin Philipp. Dadurch werde jede Aufführung anders.

„Mission Klima“ haben Susanne Schwab und Christine Härter — nach „Erwartung: Erster Schnee“ von Sophie Reyer im vergangenen Juni — erneut als interaktives Theater entwickelt. Herausgekommen ist eine Superhelden-Geschichte als Game mit Elementen von Escape Rooms und Quiz-Fragen. „Wir nähern uns auf spielerische Art dem Thema an und vertiefen es“, so Neitzke. „Für mich war es bei den Testläufen eine spannende Erfahrung, wie viel Neunjährige schon über den Klimawandel wissen“, sagt Härter. Die Handlung: Captain Solar soll eine das Klima rettende Geheimformel, die Bösewichtin Dr. Düster gestohlen hat, zurückholen. Und das Publikum soll ihm dabei helfen. Die Schauspieler Alexander Köfner und Sofie Pint werden dabei nicht nur von Kameras beobachtet, sie agieren auch selber damit.

Die besondere Herausforderung von solchen Online-Produktionen sei es, dass man alles bis ins kleinste Detail sehen könne und das zum Teil 360 Grad, so Neitzke. Das verlange nicht nur den Schauspielern viel ab, sondern auch der Ausstattung. Gleichzeitig eröffnen sich neue Möglichkeiten etwa durch Nahaufnahmen. Alle Beteiligten sind gespannt, wie die beiden Stücke angenommen werden. Neitzke: „Wir haben schon mit Testgruppen sehr gute Erfahrungen gemacht und spielen, solange es Nachfrage gibt.“ mel

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