Das Rückgrat moderner Arbeit

Rewe-Konzern und Rosenbauer testeten Exoskelette für Mitarbeiter im Logistikbereich

V. l.: Daniel Tomaschko (Technikvorstand Rosenbauer), Tanja Spennlingwimmer (Geschäftsführerin IAA), Rosenbauer-Mitarbeiter Elias Rashid, Veronika Rabl (Personalchefin Rewe Österreich) und Wirtschafts-Landesrat Markus Achleitner
V. l.: Daniel Tomaschko (Technikvorstand Rosenbauer), Tanja Spennlingwimmer (Geschäftsführerin IAA), Rosenbauer-Mitarbeiter Elias Rashid, Veronika Rabl (Personalchefin Rewe Österreich) und Wirtschafts-Landesrat Markus Achleitner © Land OÖ/Kauder

Bücken, nehmen, heben, legen. Bücken, nehmen, heben, legen. Bücken, nehmen, heben, legen. Manuelle Tätigkeit in Industrie und Logistik kann monoton, anstrengend und für den Muskelapparat sehr zehrend sein. Nicht umsonst belaufen sich in Österreich die jährlichen Krankenstandskosten wegen Muskelerkrankungen auf 20 Milliarden Euro.

Doch es gibt Abhilfe, wie das von der Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) geförderte Projekt „EnableMe 50+“ von JKU Linz und TU Graz zeigt. Von 2017 bis Juni 2020 wurden bei den Firmen Rewe (Billa, Merkur) und dem Leondinger Feuerwehrausstatter Rosenbauer an insgesamt 110 Personen sogenannte Exoskelette getestet, die die Arbeitskräfte bei ihren Tätigkeiten unterstützen – im wahrsten Sinne des Wortes. Dabei galt es laut Rosenbauer-Technikvorstand Daniel Tomaschko und Veronika Rabl, Personalchefin der Rewe Group, etliche Fragen zu klären: Tragekomfort, Hygienemaßnahmen, soziale Akzeptanz, Langzeitwirkung oder Einsatzmöglichkeiten. Die Rückmeldungen waren laut Tomaschko und Rabl überwiegend positiv, bei Rewe sind nun vertiefende Tests angesagt.

Zum Einsatz kamen vier unterschiedliche Exoskelette von drei Herstellern. Die Anschaffungskosten pro Stück belaufen sich auf 500 bis 6000 Euro. Die Preisspanne erklärt sich aufgrund der unterschiedlichen Anforderungen und Konstruktionen der Exoskelette, die prinzipiell schon marktreif sind beziehungsweise kurz vor der Marktreife stehen.

Wirtschafts-Landesrat Markus Achleitner sieht darin eine „Win-Win-Situation“, bei dem das von den Firmen „gut angelegte Geld für die Exoskelette“ in Form von gesünderen und zufriedeneren Mitarbeitern „verzinst“ werde. Die öffentliche Hand spart Geld für Krankenstände: Denn laut Tanja Spennlingwimmer, Geschäftsführerin des Instituts für Arbeitsforschung und Arbeitspolitik, könnten durch den Einsatz solcher Exoskelette in der Industrie rund zwei Millionen Krankenstandstage und somit eine Milliarde Euro an Kosten eingespart werden. Auf dass es auf viele weitere Jahre problemlos möglich ist zu bücken, zu nehmen, zu heben und zu legen.ok

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