Tobias Hörtenhuber

Meinung

von Tobias Hörtenhuber

Das starke Geschlecht

Kommentar zu Österreichs Medaillenchancen.

Eine Podestplatz-Flut für Österreich wie bei den Alpinen darf man bei der Nordischen Ski-WM nicht erwarten. Dass aber immer etwas möglich ist, zeigten in Cortina die zwei rot-weiß-roten Medaillen in der „Problem-Disziplin“ Riesentorlauf.

Bei den Nordischen kann alles passieren — von einer Medaille in jedem Bewerb (außer im Langlauf) bis hin zu einem Salto nullo.

Aber letzteren wollen schon die Damen von der Normalschanze verhindern. Interessant ist, dass sich diese, ähnlich wie im Biathlon, zum starken Geschlecht entwickelt haben — bei gleicher Dichte im Weltcup wohlgemerkt. Sie sind die größte Medaillenhoffnung in Oberstdorf. Und wie Biathlon-Damen-Chef Markus Fischer schwärmt sein Pendant bei den Skispringerinnen, Harald Rodlauer, vom unglaublichen Teamspirit.

Ein Beispiel: Erste Gratulantin für das starke Comeback von Eva Pinkelnig, die in nur zwei Bewerben zur WM sprang, war Lisa Eder, die statt ihr zuhause bleiben musste. Also Freude für den anderen statt Zickenkrieg.

Ohne das Ziel aus den Augen zu verlieren: „Ich will die best Springerin werden“, betonte Marita Kramer. Ihren „Killerinstinkt“ leben die Damen auf der Schanze aus. Deshalb werden sie bereits am Mittwoch jubeln dürfen, insgesamt wäre eine ÖSV-Ausbeute von fünf Medaillen schon gut.

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