Das Universum ertönte im Brucknerhaus

Poschner und das famose Bruckner Orchester boten mit Mahlers „Achter“ ein sinnliches Hörerlebnis

Die riesenhafte Besetzung präsentierte sich perfekt.
Die riesenhafte Besetzung präsentierte sich perfekt. © Reinhard Winkler

Von Fridolin Dallinger

Ein schon von der Besetzung her ganz außerordentliches Werk hörte man am Dienstagabend im Abonnementkonzert des Linzer Brucknerhauses. Gustav Mahler bezeichnete seine 8. Symphonie, die nicht authentisch „Symphonie der Tausend“ genannt wird, als sein bestes Werk, in dem das ganze Universum erklingt.

Ungemein präzise und feinfühlig

In riesenhafter Besetzung (zwei gemischte Chöre, Knabenchor, acht Vokalsolisten, extrem groß besetztes Orchester samt Fernorchester und Orgel) werden im ersten Teil der beschwörende, hochexpressive Pfingsthymnus „Veni, creator Spiritus“ und im zweiten Teil die geheimnisvolle Schlussszene aus Goethes „Faust II“ vertont, wodurch dem Monumentalwerk ein kantatenhafter, ja oratorienhafter Charakter verliehen wird. Mahler sagte über sein „bestes Werk“ (diese Meinung muss man nicht unbedingt teilen): „Es ist so eigenartig in Inhalt und Form, dass sich gar nichts darüber schreiben lässt“.

Markus Poschner entfaltete als souveräner Dirigent ein sinnliches Hörerlebnis, das dem gewichtigen Werk gerecht wurde. Ungemein präzise und feinfühlig setzte das famose Bruckner Orchester den umfangreichen Notentext um. Perfekt präsentierten sich die St. Florianer Sängerknaben (Leitung: Markus Stumpner), der Tschechische Philharmonische Chor Brünn (Leitung: Petr Fiala) sowie der Bachchor Salzburg (Leitung: Alois Glaßner). Meagan Miller, Michaela Kaune, Mirella Hagen, Michaela Selinger, Janina Baechle, Vincent Wolfsteiner, Tommi Hakala und Wilhelm Schwinghammer fügten sich ideal als Solisten ein. Nach dem ungemein spannungsvoll interpretierten „Chorus Mysticus“ setzte beim begeisterten Publikum ein wahrer Enthusiasmussturm ein.

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