Das Verbindende am Musizieren

Festakt in der Bruckneruni anlässlich 25 Jahre „Musik der Jugend“

Festredner Philipp Blom mit seiner Geige
Festredner Philipp Blom mit seiner Geige © Land OÖ/Grilnberger

Von Christine Grubauer

Vor 25 Jahren wurden die Österreichischen Jugendmusikwettbewerbe „Musik der Jugend“ aus der Taufe gehoben. Die größten österreichischen Bewerbe dieser Art entwickelten sich zum erfolgreichen Podium für junge heimische Künstler, Vergleichbarkeit und Qualitätssteigerungen in der weltweit anerkannten österreichischen Musikausbildung werden damit sichtbar.

Weit über 100.000 Kinder und Jugendliche haben im letzten Vierteljahrhundert an den Wettbewerben teilgenommen, viele heimische Musikerkarrieren nahmen ihren Ursprung bei „Musik der Jugend“.

Festredner Blom hatte seine Geige mit dabei

Im voll besetzten Festsaal der Anton Bruckner Privatuniversität wurde dieses Jubiläum im Rahmen eines Festaktes am Dienstag in Anwesenheit des Bundesvorsitzenden Univ. Prof. em. Paul Roczek und von Vertretern der Musikschulen, Konservatorien und Universitäten im Bundesfachrat gefeiert.

„Ohne Idealismus und Begeisterung für musikalische Nachwuchsförderung sowie intensive Unterstützung der verantwortlichen Personen wäre der Verlauf dieser Erfolgsgeschichte nicht möglich gewesen“, lieferte Landeshauptmann Thomas Stelzer einen begeisterten Rückblick auf das erfolgreiche Unternehmen, das mit öffentlicher Trägerschaft einen wichtigen Kultur- und Bildungsauftrag erfüllt.

Ehemalige Preisträger wie Universitätsprofessor David Seidel, Fagottist, das Gitarrenduo Christian Haimel und Florian Palier, der weltweit gefragte Sologeiger Daniel Auner oder die junge Oberösterreicherin Bernadette Kehrer, eine hoffnungsvolle Cellistin, gestalteten das Konzertprogramm. Zwischen den musikalischen Beiträgen zeigten interessante Gespräche samt Filmaufnahmen einen Querschnitt des Erfolges einzelner Wettbewerben wie „prima la musica“, „Gradus ad parnassum” oder „podium. jazz.pop.rock“ auf.

Der Festredner, der Schriftsteller und Historiker Philipp Blom (1970), erstaunte die Zuhörerschaft, als er samt Geigenkoffer die Rednerbühne betrat, diesen dann auch am Klavier als wichtigen „Begleiter“ auspackte und die Geschichte seiner Geige nicht nur erzählte, sondern über deren wichtige „Verbindung“ philosophierte. Seit seiner Kindheit spielt Blom Geige — nicht bravourös und virtuos, wie er behauptete —, immer wieder ziehe es ihn hin zum Mitspielen in gelegentlichen Runden, einfach, um dabei zu sein, gemeinsames Musizieren erleben.

Wie sehr er beim Musizieren das Verbindende und Bleibende mit seinem Instrument schätzt, wusste der weithin beachtete Eröffnungsredner der Salzburger Festspiele 2018 und mit dem Gleim-Literaturpreis ausgezeichnete Schriftsteller beim Jubiläum vor vielen Musiklehrenden beeindruckend und überzeugend darzustellen. Der Ausklang des Festes fand im schönen Ambiente der Bruckneruni bei freundschaftlichen Gesprächen und schönen Begegnungen statt.

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