Das war 2021: Sport

Italien jubelt über EM-Krone - Chelsea holt Königsklasse - Österreichische Highlights - Stolze 16 Medaillen in Tokio

Das Fußball-Jahr 2021 hatte wieder extrem viel zu bieten.

Der FC Chelsea unter Trainer Thomas Tuchel krallt sich am 29. Mai die Champions League durch ein 1:0 über Manchester City.

 

Foto: AFP/Ivill

Italien begeistert bei der EURO 2020 (11. Juni bis 11. Juli) mit Offensivgeist und großem Teamspirit und krönt sich zum zweiten Mal nach 1968 zum Europameister. Im Endspiel wird im Wembley-Stadion in London England im Elfmeterschießen mit 3:2 niedergerungen.

Österreich schafft es bis ins Achtelfinale, wo nach einem harten Kampf mit 1:2 nach Verlängerung gegen den späteren Champion Italien Endstation ist. Den ersten Sieg Österreichs bei einer EM-Endrunde feiern David Alaba und Co. gleich im ersten Spiel mit 3:1 gegen Nordmazedonien, es folgen ein 0:2 gegen die Niederlande sowie ein 1:0 gegen die Ukraine.

Überschattet wird die EURO in den ersten Tagen vom Zusammenbruch von Christian Eriksen (am 12. Juni) und dem Durchziehen der Partie der Dänen gegen Finnland. Das Positive: Eriksen ist bald wieder wohlauf und die Skandinavier schaffen es bis ins Halbfinale.

Österreichs Nationalteam schließt erstmals seit 2016 ein Jahr nicht mit einer positiven Bilanz ab. Sieben Siege stehen sieben Pleiten und zwei Remis gegenüber. Ausschlaggebend dafür ist vor allem die WM-Qualifikation, in der die Mannschaft von Franco Foda den enttäuschenden vierten Platz hinter Dänemark, Schottland und Israel belegt. Diskussionen rund um den Teamchef sind 2021 deshalb fast an der Tagesordnung.

Nach mehr als zwölf Jahren dankt der Oberösterreicher Leo Windtner als ÖFB-Präsident ab, sein Nachfolger wird am 17. Oktober der Burgenländer Gerhard Milletich.

RB Salzburg krönt sich in der heimischen Bundesliga zum achten Mal in Folge zum Meister, den ÖFB-Cup holen sich die Bullen am 1. Mai in Klagenfurt durch ein 3:0 über den LASK.

Apropos Klagenfurt: Weil in Linz, wenn auch mit etwas Verspätung, am neuen Stadion gebaut wird, weichen die Athletiker für die Gruppenspiele in der Conference League an den Wörthersee aus. Mit Erfolg: Mit 16 Punkten aus sechs Spielen holt der LASK den Gruppensieg und qualifiziert sich fürs Achtelfinale. In der Meisterschaft läuft es weniger rund, zwischenzeitlich wird Trainer Dominik Thalhammer abgelöst und von Andreas Wieland beerbt. Das Jahr schließen die Linzer, letzte Saison mit Platz vier unzufrieden, nur auf Rang neun ab.

Der Herbst 2021 geht als höchst erfolgreicher in die heimische Europacup-Geschichte ein: Salzburg zieht als erste österreichische Mannschaft in die K.o.-Phase der Champions League ein und neben dem LASK überwintert auch der SK Rapid in der Conference League.

Die SV Guntamatic Ried schafft nach einem Trainerwechsel (von Miron Muslic zu Andreas Heraf) souverän den Klassenerhalt. Heraf wird im Herbst — erst krankheitsbedingt, dann wegen seiner Defensiv-Taktik — interimistisch von Christian Heinle abgelöst. Mit Jänner übernimmt Robert Ibertsberger.

Der FC Blau-Weiß Linz wird am 23. Mai Zweitligameister, hatte aber wegen der noch fehlenden Stadion-Infrastruktur nicht um die Lizenz für die Bundesliga angesucht.


Trauer um Gludo

Foto: APA/EXPA-Hackl

Auch 2021 finden wieder viele Persönlichkeiten aus der Welt des Sports ihre letzte Ruhe: Wie Trainer-Sir Paul Gludovatz (Bild), Motocross-Talent Rene Hofer oder Alfred Teinitzer — das letzte Teammitglied, das 1954 mit der Fußball-Nationalmannschaft WM-Dritter geworden war. Deutschland trauert um den „Bomber“ Gerd Müller, auch die Ex-Präsidenten Gianfranco Kaspar (FIS), Jacques Rogge (IOC) oder Max Mosley (FIA) versterben.


Zwei Doppelweltmeister in Cortina

Foto: APA/EXPA-Groder
Foto: APA/Bott
Foto: APA/EXPA-Groder

 

 

 

 

 

 

 

Die österreichische Mannschaft gewinnt bei der Ski-WM in Cortina d’Ampezzo im Februar fünfmal Gold, einmal Silber und zweimal Bronze und übertrifft die Erwartungen. Jeweils zum Doppel-Weltmeister krönen sich Katharina Liensberger (links oben) im Slalom und Parallelbewerb sowie der Oberösterreicher Vincent Kriechmayr (oben), der das Speed-Doubel in Abfahrt und Super-G einfährt. Dazu kommt der Titel in der Kombination durch Marco Schwarz. Im alpinen Weltcup triumphieren in der Gesamtwertung die Slowakin Petra Vlhova und der Franzose Alexis Pinturault (linkes Bild), die Kristallkugeln für Österreich erobern Liensberger und Schwarz im Slalom sowie Kriechmayr im Super-G.


Biathlon-Premiere

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Die Tirolerin Lisa Hauser (unten) avanciert bei den Titelkämpfen in Pokljuka im Februar mit Gold im Massenstart zur ersten österreichischen Biathlon-Weltmeisterin. Dazu kommt Silber in der Verfolgung und mit der österreichische Mixed-Staffel mit David Komatz, Simon Eder und Dunja Zdouc.

 


Sieben Medaillen in Oberstdorf

Foto: APA/Hochmuth

Österreichs Nordische Skisportler erringen bei der Weltmeisterschaft in Oberstdorf gleich sieben Medaillen. Für die vier in Gold sorgen der Nordische Kombinierer Johannes Lamparter  im Einzel sowie mit Lukas Greiderer im Team-Sprint, Skispringer Stefan Kraft (Bild/Links) von der Großschanze und die Skispringerinnen Marita Kramer (Bild/2.v.l.), Daniela Iraschko-Stolz (Bild/3.v.l.), Sophie Sorschag und Chiara Hölzl im Team. Der Oberösterreicher Michael Hayböck (Bild/rechts) darf sich über Bronze im Mixed freuen.


BB-Durststrecke beendet

Foto: APA/Scheriau

Die Swans Gmunden krönen sich am 16. Mai zum insgesamt fünften Mal, aber erstmals seit 2010 wieder zum österreichischen Basketball-Meister. Angeführt von Enis Murati (Bild), der später zu BC Vienna wechseln sollte, bezwingen die Traunseestädter in der Finalserie Dauer-Rivale Kapfenberg 3:1.

 

 

 

 


Nicht nach Wunsch …

… verläuft das Jahr 2021 für den HC Linz AG und die Steinbach Black Wings. Die Handballer entgehen dem Abstieg nur durch die Aufstockung der Liga, immerhin erfolgt im Herbst aber der Aufschwung und der Einzug ins Viertelfinale winkt. Den Eishockey-Cracks, die seit 29. April Peter Nader als Präsident (statt Peter Freunschlag) anführt, stehen hingegen wie in der Saison 2020/21 auch 2021/22 wieder unmittelbar vor dem Verpassen der Play-offs.


15. Badminton-Titel

Die Steelvolleys Linz-Steg sind zum zweiten Mal nach 2019 Meister in der Frauen-Volleyball-Liga. Nach dem 3:0 im Heimspiel sind die Oberösterreicherinnen auch im zweiten Match am 18. April in Graz souverän. Damit ist auch das Double fixiert, schon im Februar hatte Steg das Cupfinale (ebenfalls gegen Graz) gewonnen.


Stolze 16 Medaillen in Tokio

Fotos: APA/Hochmuth

Österreich bei den Olympischen Spielen und Paralympics 

Insgesamt 16 Medaillen erobern Österreichs Sportler bei den Olympischen Sommerspielen in Tokio.

Mit sieben Medaillen übertrifft Österreichs Team die Medaillenerwartungen und legt die erfolgreichste Performance im Zeichen der Fünf Ringe im Sommer seit Athen 2004 hin. Anna Kiesenhofer erobert bei den Olympischen Spielen in Tokio am 25. Juli sensationell Gold im Rad-Straßenrennen und sorgt damit weltweit für Schlagzeilen. Dazu gibt es im Judo Silber durch Michaela Polleres (bis 70 kg) sowie Bronze für Shamil Borchashvili (bis 81 kg). Dritte werden auch Magdalena Lobnig im Ruder-Einer, Lukas Weißhaidinger im Diskuswurf, Karateka Bettina Plank in der Kumite-Klasse bis 55 kg und Kletterer Jakob Schubert.

International ist der US-Schwimmer Caeleb Dressel mit fünf Goldmedaillen der erfolgreichste Athlet in Tokio, die Australierin Emma McKeon holt mit viermal Gold und dreimal Bronze die meisten Medaillen.

Negative Höhepunkte sind die Anfeuerungsrufe von deutschen Team-Offiziellen im Radsport („Hol’ die Kameltreiber, hol’ die Kameltreiber, komm“) und Modernen Fünfkampf ob eines verweigernden Pferdes („Hau mal richtig drauf! Hau drauf!“). Beide Betreuer werden von den Spielen ausgeschlossen. Viel Beistand erhält US-Turn-Superstar Simone Biles, die von ihren mentalen Problemen erzählt und sich zwischenzeitlich aus den Wettkämpfen zurückzieht.

Auch bei den Paralympics (24. August bis 5. September) sind Österreichs Sportler höchst erfolgreich, unterm Strich stehen neun Medaillen. Die einzige Goldmedaille erobert der Innviertler Handbiker Walter Ablinger im Einzelzeitfahren. Zum Drüberstreuen holt er auch Bronze im Straßenrennen. Der zweite Oberösterreicher, der mit Edelmetall aus Japan heimkehrt, ist Florian Brungraber mit Silber im Paratriathlon.

 


Nach Soloritt zu Olympiagold auch Sportlerin des Jahres

Foto: AFP/Baker

Sie schrieb ein echtes Märchen: Anna Kiesenhofer sorgt bei den Olympischen Spielen in Tokio für eine der größten Sensationen in der österreichischen Sportgeschichte. Als krasse Außenseiterin setzt sich die Amateursportlerin im Straßenrennen bereits kurz nach dem Start vom Hauptfeld ab und zieht diese Attacke bis ins Ziel durch. Der Lohn der Mühen: Die Olympiasiegerin wird am 14. Oktober auch zu Österreichs Sportlerin des Jahres gewählt. Ihr männliches Pendant wird Doppel-Weltmeister Vincent Kriechmayr (siehe auch Seite 16), zur Mannschaft des Jahres wird Fußball-Serienmeister Salzburg ernannt, die Behindertensportler des Jahres sind Langläuferin Carina Edlinger und Handbiker Walter Ablinger.


Schwimm-Gold

Foto: APA/Punz

13 Jahre nach Markus Rogan (2008 in Manchester) stellt Österreich den erst zweiten Schwimm-Weltmeister der Geschichte. Der Niederösterreicher Felix Auböck krault am 16. Dezember in Abu Dhabi über 400 m sensationell zu WM-Gold. Davor hatte er heuer schon EM-Silber geholt, bei Olympia hatte Auböck noch mit Rang vier gehadert.

 

 

 

 


Epische Entscheidung in der Formel 1

Foto: AFP/Isakovic

Die Entscheidung in der Königsklasse des Motorsports ist eng wie selten. Die Kontrahenten gehen punktegleich in das letzte Rennen in Abu Dhabi, in dem Lewis Hamilton (r.) auf dem Weg zum achten Titel scheint. Doch in der Schlussphase überschlagen sich die Ereignisse und die Entscheidung fällt tatsächlich erst in der in der 1293. und allerletzten Runde des Jahres. Durch eine Safety-Car-Phase bekommt Max Verstappen (l.) die Chance und nützt sie zur ersten WM-Krone. Der Protest von Mercedes gegen die Rennwertung wird abgelehnt.


 

Premierenchampion und Rücktritt

Fotos: AFP/Solaro
Fotos: AFP/Solaro

 

 

 

 

 

 

 

Der Yahama-Pilot Fabio Quartararo (l.) kürt sich am 24. Oktober in Misano vorzeitig zum ersten französischen Motorrad-Weltmeister in der MotoGP-Klasse, für noch mehr Schlagzeilen sorgt aber Valentino Rossi (r./mit einem Pokal für sein Lebenswerk): Der italienische Altstar bestreitet am 14. November in Valencia nach 25 Jahren im Zirkus mit 431 Starts, 119 Siegen und neun WM-Titeln tatsächlich sein letztes MotoGP-Rennen. KTM darf sich über die WM-Titel von Remy Gardner (AUS/Moto2) und Pedro Acosta (ESP/Moto3) freuen.

 

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