Datendieb wollte Rache an Promis

Deutscher Schüler festgenommen und nach Geständnis freigelassen

Der nach dem großangelegten Datendiebstahl bei Politikern und weiteren Prominenten in Deutschland festgenommene Tatverdächtige hat sich mit der Veröffentlichung der gestohlene Daten offenbar rächen wollen. Der 20-Jährige Schüler habe gestanden, „aus Verärgerung über öffentliche Äußerungen der betroffenen Politiker, Journalisten und Personen des öffentlichen Lebens gehandelt zu haben“, so das deutsche Bundeskriminalamt (BKA).

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Computerfreak ohne spezielle Ausbildung

Er handelte demnach offenbar allein, Hinweise auf eine Beteiligung Dritter erbrachten die Ermittlungen nicht. Er habe „über eigene Straftaten hinaus Aufklärungshilfe geleistet“. Nach dem Geständnis wurde er bereits am Montag wieder auf freien Fuß gesetzt, teilten die Ermittler am Dienstag in Wiesbaden mit. Der Beschuldigte sei sehr Computer-affin, verfüge aber über keine entsprechende Ausbildung etwa als Informatiker.

Der junge Mann soll über das inzwischen gesperrte Twitter-Konto @_0rbit im Dezember persönliche Daten von zahlreichen Politikern, Journalisten und Prominenten als eine Art Adventkalender veröffentlicht haben. Erst Ende vergangener Woche war der Datendiebstahl aufgeflogen, was auch Kritik an der Datensicherheitsbehörde zur Folge hatte. Nach bisherigen Erkenntnissen sind 994 aktive oder frühere Politiker betroffen. Das teilte der Präsident des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik, Arne Schönbohm, mit. Das Innenministerium sprach von 50 bis 60 schweren Fällen, in denen größere Datenpakete wie Privatdaten, Fotos und Korrespondenz veröffentlicht worden seien.

Seehofer: Absolute Sicherheit gibt es nicht

Innenminister Horst Seehofer (CSU) gratulierte den Sicherheitsbehörden am Dienstag zu ihrem schnellen Ermittlungserfolg. Er strebt nun den Aufbau eines Frühwarnsystems an. „Wir prüfen die Schaffung einer Früherkennung zum Schutz vor Datenabfluss.“ Zugleich müsse die Bevölkerung stärker für Gefahren im Netz sensibilisiert werden. Der Minister kündigte einen Entwurf für ein „IT-Sicherheitsgesetz 2.0“ noch für das erste Halbjahr 2019 an. Zugleich warnte Seehofer, es könne keine „absolute Sicherheit“ gerade im Cyberbereich geben.

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