David Lagercrantz: Vernichtung

Die originalen drei Teile der „Millenium“-Trilogie waren internationale Erfolge. Nach Stieg Larssons frühem Tod im Alter von 50 Jahren wurde der Stockholmer David Lagercrantz mit der Fortführung der Geschichte betraut.

Obwohl diese Entscheidung anfangs in Schweden einige Kontroversen erzeugte, hat Lagercrantz mittlerweile nach „Verschwörung“ (2015) und „Verfolgung“ (2017) den finalen Teil „Vernichtung“ veröffentlicht. Diesmal geht es um den Rachefeldzug der Lisbeth Salander gegen ihre Zwillingsschwester.

Der Journalist Blomkvist wird von einer Rechtsmedizinerin auf den merkwürdigen Fall eines toten Mannes hingewiesen, dessen Körper schlimm zugerichtet ist und außerdem ein „Super-Gen“ aufweist. Blomkvists Recherche führt ihn zu einer tödlichen und nicht zuletzt deshalb folgenschweren Expedition auf den Mt. Everest. Dies mag zwar mehr nach Dan Brown klingen als nach der „Millenium“-Reihe, aber dank der Verstrickung des Staates und der Gewalt böser Männer ist es doch ein authentisches Finale.

Im sechsten Buch steckt deutlich mehr Lagercrantz als Larsson, aber weiterhin hundert Prozent Salander und Blomkvist – und das ist es, worauf es den Fans am meisten ankommt. Abschiedsschmerz läst sich anhand des sicheren Serienendes nicht verleugnen.

David Lagercrantz: Vernichtung, Heyne Verlag, 432 Seiten, € 22,70

Wie ist Ihre Meinung?