DDR-Feier in Innsbruck abgeblasen! Und in Linz?

DDR Jubelfeier Plakat © Screenshot

Von Manfred Maurer

Nicht nur in Linz sorgt eine Gedenkveranstaltung zum 70. Gründungstag der verblichenen DDR für Aufregung, auch in Innsbruck ist darüber eine Debatte entbrannt. Anders als in Linz, wo Stadträtin Regina Fechter (SPÖ) für das Event mit einem führenden Vertreter der DDR-Unrechtsjustiz am 11. November das Volkshaus Pichling zur Verfügung stellt und keine „Zensur“ üben will, dürfte die zwei Tage später in Tirols Landeshauptstadt geplante gleiche Veranstaltung platzen: Bürgermeister Georg Willi rechne damit, dass die von Kommunisten organisierte Veranstaltung abgesagt werde, teilte ein Sprecher des Grünen-Politikers dem VOLKSBLATT gestern mit. Dem Vernehmen nach hat das Innsbrucker Integrationsbüro, in dessen Räumlichkeiten die DDR-Jubelfeier geplant war, der Stadtverwaltung die Absage bereits fix zugesagt.
Wie in Linz hatte auch in Innsbruck die ÖVP gegen den Auftritt des einstigen stv. DDR-Generalstaatsanwalts Hans Bauer protestiert. Dieser wollte laut Einladungstext der „Partei der Arbeit“ (PdA), eine KPÖ-Abspaltung, „Einblicke in die Geschichte des anderen Deutschlands geben, welches für die Werktätigen weltweit als Symbol für Solidarität, Frieden und Völkerfreundschaft galt“. Vom VOLKSBLATT darauf aufmerksam gemacht, hatte der ÖGB die Vermietung seines Linzer Kandlheims für den Auftritt des Ex-DDR-Bonzen rückgängig gemacht, worauf die Veranstalter im städtischen Volkshaus „Asyl“ fanden. Der Obmann des Linzer ÖVP-Gemeinderatsklubs, Martin Hajart, wiederholte gestern seine Forderung an Fechter, die Reißleine zu ziehen.
In Wien findet das Event schon morgen statt. Dort hat die für eine „sozialistische Revolution“ in Österreich kämpfende PdA ein eigenes Lokal.

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