Im Spiel des Jahres verließ LASK das Glück

Fehlentscheidung verhalf Brügge zu 1:0-Erfolg im Play-off-Hinspiel der Champions League

FUSSBALL: UEFA CHAMPIONS LEAGUE / QUALIFIKATION: LASK - Club

Gänsehaut pur: Es war ein bewegender Moment, wohl einer für die Ewigkeit, als um exakt 20.57 Uhr zum ersten Mal in der Geschichte die offizielle Hymne der UEFA Champions League durch die Gugl schallte. Genau sechs Jahre nach einem 2:0 vor 1600 Zuschauern in der Regionalliga Mitte beim SV Wallern gehörte der LASK erstmals zu „den Besten“. Das ging voll unter die Haut!

Die Chance, die Hymne daheim noch mindestens drei weitere Male in der Gruppenphase zu hören, besteht nach dem Play-off-Hinspiel gegen den FC Brügge weiterhin, die Aufgabe wird nach dem bitteren 0:1 nun aber gewaltig schwer.

Krasse Fehlentscheidung

Beinahe wären die Emotionen unter den 14.000 Fans schon nach 19 Sekunden übergeschwappt, wenn Reinhold Ranftl den Ball nach Renner-Vorlage nicht aus zehn Metern am Tor vorbeigesetzt hätte. Nach weiteren Möglichkeiten eines bis in die Haarspitzen motivierten und aggressiven LASK durch Tetteh (4.) und Klauss (6.) dann der große Schockmoment. Nach Attacke von Trauner an Openda zeigte Schiedsrichter Marciniak auf den Elferpunkt. Die eigentliche Farce: Der Video-Referee überprüfte die Szene zwar, griff aber trotz Abseitsstellung von Openda nicht ein, auch die Berührung von Trauner war mehr Lercherl, denn ein Foul.

Stange verhinderte 1:1

Nach dem 0:1 durch Vanaken (10.) rappelten sich die Athletiker auch dank der Fans rasch wieder auf — und hatten in Minute 24 schon wieder Pech, als Ranftls Querpass von Deli an die Stange gelenkt wurde.

Wie reagierte der LASK? Relativ unbeirrt. Brügge zog sich phasenweise weit zurück, bildete in der Defensive teils mit Mittelfeldmann Rits, der sich in die Abwehr zurückfallen ließ, um Klauss zuzustellen, eine Fünferkette und tat mit dem Auswärtstor im Gepäck nur das Notwendigste.

Anders nach dem Wechsel, als die Belgier das Match in den Griff bekamen, dem LASK deutlich weniger Ballbesitzphasen, aber auch weniger Pressing- und Umschaltmomente gönnten.

Schlager rettete

Nur Goalie Schlager verhinderte in dieser Phase den zweiten Gegentreffer wohl ein Ende des Traums von der Königsklasse bedeutet hätte. Im nun strömenden Regen, der ja gegen Basel zweimal ein gutes Omen gewesen war, schien es, als würden den Linzern die Ideen ausgehen. Auch die Umstellung auf zwei klassische Spitzen mit Raguz und Klauss sowie Goiginger als Zehner trug kaum Früchte. In der Schlussoffensive machte der LASK wieder mehr Druck, es fehlte aber oftmals die Abgebrühtheit. So gehen die Schwarz-Weißen nun mit der schweren Hypothek eines 0:1-Rückstandes ins Rückspiel am Mittwoch (21).

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