Der Amateurfußball wird Corona-fit

ÖFB beschloss neue Regelungen — Wertung bei Abbruch nun möglich

Mit den neuen Regelungen hoffen ÖFB und Landesverbände, gut durch die neue Saison zu kommen.
Mit den neuen Regelungen hoffen ÖFB und Landesverbände, gut durch die neue Saison zu kommen. © MichaelJBerlin - stock.adobe.com

Im Transdanubia Landescup steigen dieser Tage die ersten Pflichtspiele im oö. Fußball-Unterhaus in der neuen Saison. Der Ligastart soll in zwei Wochen erfolgen. Nach dem Präventionskonzept Anfang des Monats hat der ÖFB nun neue Regelungen im Amateurfußball beschlossen.

Die Eckpunkte:

Es gibt eine zweite Transferzeit für Spieler, die von einem Profiklub ins Unterhaus wechseln. Diese dauert von 27. Juli bis 8. August.

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So wie in der Bundesliga darf in drei Unterbrechungen zusätzlich zur Halbzeit fünf Mal gewechselt werden. Der Kader für ein Spiel bleibt aber bei maximal 16 Akteuren.

Die Landesverbände erhielten mehr Kompetenzen, um flexibler entscheiden zu können. Etwa bei einem Abbruch: Sobald einmal jeder gegen jeden gespielt hat, darf die Liga nun, anders als zuvor, gewertet werden.

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Die Regelungen, ob ein Spiel verschoben werden muss bzw. ab welcher Kadergröße Teams bei Quarantänen nicht antreten müssen, obliegen dem Landesverband. Nachtragstermine werden flexibel gestaltet. „Wir erweitern den Spielraum für die Vereine. Sie müssen aber ebenso flexibel sein“, sagte der oö. Verbandsdirektor Raphael Koch. Im Idealfall sollen sich die Klubs untereinander einigen.

Im ÖFB-Cup erhalten Bundesligaklubs in den ersten drei Runden das Heimrecht. „Das Präventionskonzept der Liga ist so umfangreich, dass Amateurvereine das meist nicht regeln können. Wenn doch, kann man ein Ansuchen stellen“, erklärte Koch. Corona-Tests sind Pflicht, die Kosten übernimmt der ÖFB. Amateurklubs bekommen Fahrtkosten bis zur dritten Runde erstattet.

Corona-Fall — was nun?

Noch nicht fix geregelt ist, wie mit positiven Corona-Fällen umgegangen wird. Auch, weil die Behörden in den Bezirken oft unterschiedlich reagieren.

„Man muss ein Prozedere finden, wo nicht alle zwei Wochen in Quarantäne müssen“, sagte OÖFV-Direktor Raphael Oberndorfinger. Das könnte etwa in Form von zusätzlichen Tests funktionieren. „Die Kosten sind dabei derzeit sekundär, vor allem geht es darum, ein Rezept zu finden, wenn ein Verein einen Cluster hat“, ergänzte Präsident Gerhard Götschhofer. Auch, um die Arbeitgeber der betroffenen Kicker nicht zu verärgern. „Dem Fußball wird immer wieder gerne der schwarze Peter zugeschoben“, weiß Koch. „Man muss schauen, dass nicht in gutes und böses Hobby unterschieden wird. Es gibt etwa in OÖ noch keine nachgewiesene Ansteckung im Fußball“, so Oberndorfinger.

Zudem geht es darum, den Spielbetrieb aufrechtzuerhalten. Hier braucht es Flexibilität, auch beim Spielplan. „Im Moment ist nichts mehr unmöglich. Vielleicht muss man sogar damit leben, dass eine Saison einmal eineinhalb Jahre dauert“, meinte Götschhofer.

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