Der Biber im Machland: „Jagd nicht zielführend“

Population der Nager wächst stetig — Machland-Damm GmbH plant daher für 2019 eine Installation von Wühltierschutzgittern

Von Andreas Huber

PERG — Der Biber und der Machland-Damm im Bezirk Perg führen bereits seit einigen Jahren eine Konfliktbeziehung. Da die Nager im Uferbereich der Donau Höhlensysteme unter der Wasserlinie anlegen, könnte das den Damm schwächen und zu einer deutlichen Verringerung des Damm-Querschnitts führen, befürchten Experten. Diese Gefahr für den Hochwasserschutz ruft Damm-Betreiber, Politik und Naturschutz gleichermaßen auf den Plan. Dabei wird immer wieder — wie gegenwärtig beim Wolf — vor allem auch in der Landwirtschaft über eine geregelte „Entnahme“ des geschützten Tieres diskutiert. In den Jahren 2014 und 2015 wurden diesbezüglich bereits sieben Biber auf Anordnung der BH Perg gefangen und getötet.

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Gegen Biber-„Entnahme“

Thomas Huber, technischer Geschäftsführer der Machland-Damm GmbH in Perg, spricht sich gegenüber dem VOLKSBLATT allerdings für eine technische Lösung aus: „Die Bejagung und Entnahme des Bibers ist nicht wirklich zielführend und keine brauchbare Lösung – auch aufgrund der aufwendigen, behördlichen Genehmigungsverfahren. Die Löcher in der Population, die man damit aufreißt, werden durch Artgenossen gleich wieder geschlossen. Ein technischer Schutz ist somit erste Priorität.“

Aktuell wachsen die Nagerzahlen im Bereich des Machland-Dammes stetig. Derzeit befinde man sich in Planung für den ersten Bauabschnitt, um den Damm entsprechend gegen den Einfluss des Tieres zu sichern. Es gäbe verschiedene Ansätze — präferiert werde momentan aber die Installation von rostfreien Wühltierschutzgittern an den Damm-Böschungen. Die Finanzierung dafür steht noch nicht; Huber hofft aber, im Frühjahr 2019 mit den Baumaßnahmen beginnen zu können. Vom rund 35 km langen Damm, der sich von Mauthausen bis St. Nikola erstreckt, haben derzeit 10 bis 20 problematische Teilstücke (insgesamt rund 1000 Meter) höchste Schutz-Priorität. Zusätzlich würden weitere zehn Kilometer einen Biberschutz benötigen. Täglich werde der Damm oberflächlich und stichprobenartig kontrolliert, Biberspuren finde man dabei immer, so Huber.

Auf Problematik frühzeitig aufmerksam gemacht

Obwohl laut LH-Stv. Manfred Haimbuchner bereits im Zuge der Planung des Machland-Dammes und im Rahmen der Umweltverträglichkeitsprüfung vom Naturschutzbund eindringlich auf das Bibervorkommen aufmerksam gemacht worden war, wurde ein entsprechender Schutz beim Bau 2008 bis 2013 nicht berücksichtigt. Geschäftsführer Huber — seit 2015 in dieser Position — erklärt das so: „Zum damaligen Zeitpunkt war die Gefahr durch den Biber nicht wirklich präsent. Die Population ist erst danach rasant angewachsen. Der Damm wurde damals nach aktuellem Stand der Technik geplant und gebaut.“