Der EM-Titel könnte „Wiedergeburt“ sein

Italiens Mancini beschwor vor Auftakt gegen Türkei die Kraft des Sports und ganze Nation

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„Das Ziel ist es, am 11. Juli in Wembley das Finale zu spielen“, sagte Italiens Coach Roberto Mancini voller Selbstvertrauen. Verständlich, hat er doch die Squadra Azzurra nach dem Scheitern in der Qualifikation für die WM 2018 schnell aus der Krise geführt.

Die Bilanz unter Mancini ist eindrucksvoll: Zehn Siege in zehn Spielen in der EM-Qualifikation, Einzug ins Finalturnier der Nations League, Start in die WM-Qualifikation mit drei Erfolgen, 18 Siege in Folge und insgesamt seit 27 Matches, seit einem 0:1 im September 2018 in Portugal, ungeschlagen.

Eine längere Serie schaffte mit der italienischen Nationalmannschaft nur der legendäre Vittorio Pozzo in den 1930ern.

Der Titel könne „eine Wiedergeburt für den Fußball und für das ganze Land sein“, so Mancini, der sich sogar mit einem offenen Brief an seine Landsleute wandte, in diesem noch einmal die Corona-Pandemie und deren Konsequenzen wie Todesfälle, fehlende soziale Kontakte und auch die um ein Jahr verschobene EM-Endrunde hinwies. Zugleich betonte er die Wichtigkeit des Sports, der den Menschen „viele positive Emotionen bringen kann“.

Letztlich wurde er sogar pathetisch: „Wir wissen, dass unsere Spiele Momente der Einheit für Millionen von Italienern werden. Für einen kurzen Moment erlauben sie uns, das letzte Jahr zu vergessen“, schrieb Mancini. „Lasst uns in einem einzigen Schrei, der 60 Millionen Italiener zusammenbringt, vereinigen. Forza Azzurri.“

Dazu braucht es aber natürlich Siege, am besten schon zum Auftakt gegen die Türkei. Der wäre im Kampf um den Einzug ins Achtelfinale schon mehr als die halbe Miete. Doch in einer Gruppe mit der Schweiz und Wales als weitere Gegner sollte auch der Gruppensieg machbar sein. Zumal die Italiener im Stadio Olimpico dreimal Heimvorteil mit immerhin 16.000 Zuschauern haben.

Pellegrini fällt aus

An der Favoritenrolle in Pool A ändert auch der Ausfall von Roma-Mittelfeldspieler Lorenzo Pellegrini (Oberschenkelzerrung) nichts, für ihn wurde Gaetano Castrovilli (Fiorentina) nachnominiert.

Die Türken träumen aber natürlich von einer Überraschung, zumal ein Auftaktmatch eines Großereignisses schon oft mit einem Unentschieden endete.

„Unterschätzt uns nicht, das wäre ein Fehler. Ich wäre nicht überrascht, die Türkei im Wembley zu sehen“, posaunte Ex-Teamchef Fatih Terim gegenüber dem „Corriere della Sera“.

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