Der große Sieg bei „Waterloo“

Umjubeltes ABBA-Musical „Thank you for the Music“ im Brucknerhaus

V. l.: Jarek Jeziorowski (Benny), Dominique Lacasa (Anni Frid), Rachel Hiew (Agnetha), Jules Dodd (Björn)
V. l.: Jarek Jeziorowski (Benny), Dominique Lacasa (Anni Frid), Rachel Hiew (Agnetha), Jules Dodd (Björn) © Patrick Roddelkopf

Von Eva Hammer

„I do, I do, I do, I do, I do“, eine Variante von Trallala, zum Welterfolg erweitert. Mit voller Lautstärke legen sie los. „We want you to put your hands up!“ Der Funke will noch nicht recht überspringen. Doch das Konzept geht alsbald auf: Man nehme Superstars, vorzugsweise aus der Jugendzeit des sonst so gesetzten Brucknerhaus-Publikums und vermenge eine Hitfolge mit Kommentaren zu Biografien, Zeitgeist und Originalvideos. Was mit „Ring Ring“ noch nicht ganz zündet, führt — wie in der wahren Geschichte von ABBA — bei „Waterloo“ zum ersten Begeisterungssturm.

Am Freitag verfielen die Besucher im bummvollen Großen Saal des Brucknerhauses in einen ABBA-Rausch. Uwe Hübner, das Original aus der Zeit, als ABBA Nummer-Eins-Hits in Serie lieferten, moderiert die Show so cool und witzig, wie er einst die Charts, vormals Hitparade, im ZDF ansagte.

Im Unterschied zum Musical „Mamma Mia“, das im Vorjahr im Musiktheater begeisterte, bietet „Thank you for the Music“ eine chronologische Abfolge von Hits. Die optimal aufeinander eingespielten Darsteller der einstigen Paare Agnetha Fältskog und Björn Ulvaeus sowie Benny Andersson und Anni-Frid Lyngstad schlüpfen mit beeindruckender Authentizität in ihre Rollen und lassen den Eindruck entstehen, ABBA stehe leibhaftig auf der Bühne.

Ein bestens qualifizierter Ersatz dafür, dass die Originale nicht einmal für eine Gage von einer Milliarde(!) Dollar wieder gemeinsam auftreten wollten. Stimmlich nicht ganz auf der Höhe gibt Ina Wagler-Fendrich als Zeitgenossin Olivia Newton-John „Xanadu“ und „You’re the one that I want“ zum Besten.

Ein Blick auf den Karrierestart der schwedischen Superstars zeigt, dass alle vier musikalisch wirklich viel drauf haben. ABBA kreierte einen unverwechselbar fröhlichen Sound, der zu 400 Millionen verkauften Tonträgern führte.

Auf eine romantische Runde mit „Chiquitita“ folgt im Brucknerhaus der Beach-Boys-Kracher „Barbara-Ann“ im Abba-Style. Längst steht, klatscht, tanzt das Publikum mit. Nach zwei Stunden noch eine Zugabe und das titelgebende „Thank you for the Music“ — ultimativer gemeinsamer Gedanke.

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