Der „Homo Sapiens“ nach dem Untergang der Welt

Geyrhalter-Doku mit Live-Musik der Company of Music im Brucknerhaus

Alexander Koller dirigiert vor der „Filmkulisse“ seine Sänger.
Alexander Koller dirigiert vor der „Filmkulisse“ seine Sänger. © Reinhard Winkler

Der österreichische Regisseur Nikolaus Geyrhalter schuf 2016 mit „Homo Sapiens“ einen beachtenswerten Dokumentarfilm, in dem er in suggestiven Bildern von tiefer Innigkeit ein postapokalyptisches Szenario an leeren Orten zeigt und den Sieg der Natur über die Zerstörungswut der Menschen und deren Rückbesinnung zum Inhalt hat.

Begleitet von Live-Musik der Company of Music bildete er den letzten Programmpunkt vor dem Lockdown im Linzer Brucknerhaus.

Der Film ist eine eindrucksvolle Schau, wirkt wie eine Ode auf die Menschheit, die Menschlichkeit, den Sinn des Lebens und die Berechtigung zum Dasein. Gedankliche Parallelen an Karl Kraus‘ „Die letzten Tage der Menschheit“ tun sich auf. Das philosophisch angehauchte Werk ist zeitlos wie der Kreislauf des Lebens, rüttelt Überlegungen wach vom Ende der Zeit und letzten Tagen.

Tröstliche Klänge vom Ausnahmeensemble

Das Filmmaterial stammt aus der ganzen Welt. In die Stille der verlassenen Stätten brechen nur Laute von Vögeln, Regengüssen, Meeresbrausen und Sturmböen ein. Die Live-Musik bot da auf eine starke Art einen tröstlichen Kontrast.

Die seit 2002 bestehende und von Johannes Hiemetsberger gegründete Company of Music in elfköpfiger Besetzung von je drei ausgebildeten Stimmen im Sopran, Alt, Tenor und zwei Bässen faszinierte wieder einmal als professionelles Ausnahmeensemble, das bewandert ist in der Musik der Gegenwart und sich auf speziell verlangte Mittel der Interpretationskunst versteht.

YT
Video
Ich möchte eingebundene Social Media Inhalte sehen. Hierbei werden personenbezogene Daten (IP-Adresse o.ä.) übertragen. Diese Einstellung kann jederzeit mit Wirkung für die Zukunft in der Datenschutzerklärung oder unter dem Menüpunkt Cookies geändert werden.

Denn die Werke eines David Lang (*1957), Giacinto Scelsi (1905-1988), Veljo Tormis (1930-2017), Kalja Saariaho (*1952) oder Arvo Pärt (*1935), in mehreren Sprachen zu singen, reichten von minimalistischen, spirituellen Anklängen über Volksmusiktradition bis zu sphärischen Klangwelten und verlangten ein Ausschöpfen weiter vokaler Landschaften. Es gibt kaum einen Chor mit diesem Repertoire und auf dieser Höhe.

Prädestiniert auch Leiter Alexander Koller: Der Musikerzieher, Stimmbildner und Chorexperte verfügt in diesen Fächern über einen weitreichenden Wirkungskreis auch durch mehrere Cheffunktionen und kann zudem mit der eigenen fundierten Bassstimme aufwarten. Das seltene Hör- und Seherlebnis sorgte für nicht enden wollenden Jubel.

Wie ist Ihre Meinung?