Der Karfreitag steht im Gedenken an den Tod Jesu am Kreuz

Heuer wurde eine eigene Fürbitte für die Menschen in der Ukraine und in allen Kriegsgebieten der Erde formuliert

In der Pfarrkirche Schardenberg können sich die Gläubigen beim historischen Ostergrab auf die Karfreitagsliturgie einstimmen.
In der Pfarrkirche Schardenberg können sich die Gläubigen beim historischen Ostergrab auf die Karfreitagsliturgie einstimmen. © Gruber

Der Karfreitag („kara“ bedeutet Klage) ist der Gedenktag an den Tod Jesu. Sein Leben endete auf die schändlichste Weise, die die Antike kannte – die Kreuzigung, die ausschließlich Verbrechern vorbehalten war.

Jesus wurde von der römischen Besatzungsmacht als gefährlicher Aufrührer zum Tode verurteilt und hingerichtet.

Er starb, weil sein Handeln und seine Botschaft eine Provokation für die Gesellschaft darstellten und deshalb abzulehnen war. Schon früh stellte die Urkirche die Frage, ob nicht Jesu Tod eine über das Märtyrerschicksal hinausgehende eigene Heilsbotschaft hat.

Am Karfreitag „verschlägt es den Christen die Sprache“. Sogar die Glocken schweigen. Die Christen glauben, dass Jesu Tod als Wiedergutmachung für die Sünden der Menschen tiefer mit Gott verbindet und dadurch zum Zeichen des Heils, des guten Willens Gottes, wird.

Um 15 Uhr wird in den Kirchen an die Todesstunde Jesu gedacht. Die Liturgie des Karfreitags beinhaltet eine Kreuzverehrung und ausführliche Fürbitten. Heuer wurde eine eigene Karfreitagsfürbitte für die Menschen in der Ukraine und in allen Kriegsgebieten der Erde formuliert.

Der Karfreitag ist ein Fast- und Abstinenztag.

Leidensgeschichte Jesu vertont

Seit dem frühen Mittelalter werden Passionen gesungen. Die älteste erhaltene und auch heute noch gesungene Passionsvertonung erklingt im Gregorianischen Choral. Die Vertonung der Leidensgeschichte Jesu wurde vor allem am Karfreitag aufgeführt – ursprünglich lateinisch und seit der Reformation in den evangelischen Kirchen auch auf Deutsch.

Der Passionsbericht braucht keine Dramatisierung, er führt unweigerlich in die menschlichen Tiefen. Und die Kirche hält daran fest, ihn in großer Ausführlichkeit Jahr für Jahr zu lesen. Damit bleibt auch Jesu Gegenmodell der Liebe lebendig, das den Kreislauf von Hass und Gewalt durchbricht.

Grabesruhe am Karsamstag

Am Karsamstag hält die Kirche Grabesruhe. Es ist der liturgische Trauertag, ein ruhiger Tag. Die Gläubigen besuchen das in den Kirchen aufgestellte Grab Jesu. In den Pfarren werden Gebetsstunden für Kinder, Jugendliche und Erwachsene angeboten.

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