Der Kunst ins Netz gehen

Der „Sinnesrausch“ im Linzer OK bewegt ab 24. Mai wieder seine Besucher

V. r.: Landeshauptmann Thomas Stelzer und die Kuratorinnen Katharina Lackner und Genoveva Rückert in „Tube Linz“ der Wiener Künstlergruppe Numen/For Use.
V. r.: Landeshauptmann Thomas Stelzer und die Kuratorinnen Katharina Lackner und Genoveva Rückert in „Tube Linz“ der Wiener Künstlergruppe Numen/For Use. © Land OÖ/Stinglmayr

Er freue sich schon sehr auf das spannende Angebot des nächsten „Sinnesrausches“ im Linzer OK, das wieder alle Markenzeichen beinhalte, für die das OÖ Kulturquartier stehe, erklärte Landeshauptmann Thomas Stelzer, der gestern gemeinsam mit Direktor Martin Sturm zur Preview lud, bei der erste Blicke auf Höhepunkte geworfen werden durften. Das Konzept stelle erneut eine gelungene Verknüpfung regionaler und internationaler Künstler dar, so Stelzer. Die Ausstellung, die unter dem Titel „Kunst und Bewegung“ am 24. Mai ihre Tore für alle öffnet, soll auch heuer wieder das Publikum für zeitgenössische Kunst begeistern.

Wie Bewegung in die Kunst kam

Apropos Verknüpfung: Mit einer solchen wird der voest alpine open space dieses Jahr spektakulär bespielt und da auch gleich die Besucher zur Aktivität animiert. Die Wiener Künstlergruppe Numen/For Use, bereits 2014 zu Gast in Linz, hat ein Netz aus leuchtendblauen Gängen geflochten und aufgehängt, durch die man sich bewegen kann. Bis zu 20 Personen dürfen gleichzeitig klettern. „So lassen sich unterschiedliche Räume gemeinsam erfahren“, erläutert Kuratorin Katharina Lackner. Manche Stellen laden zum Hineinlegen und Verweilen ein, neue Blicke auf die Stadt tun sich auf. Was sich im Netz tut, lässt sich aber auch von außen gut beobachten.

„In einem Parcours durchs Haus geht es darum, wie Bewegung in die Kunst kam“, erklärt Kuratorin Genoveva Rückert die diesjährige „Sinnesrausch“-Thematik. Punkte, Linien, Blasen würden die Schau bestimmen und gezeigt, wie Kunst sich heute auch grenzüberschreitend bewegt. Zu bestaunen werden neben neuen Produktionen auch Arbeiten von prominenten Künstlern wie dem Linzer Helmuth Gsöllpointner sein, die bis zurück in die 1960er-Jahre reichen.

Riesenblasen, die einen ganzen Raum füllen

Es bewegt sich nicht nur die Kunst, auch der Besucher bewegt sich mit körperlichem Einsatz durch die Ausstellung, macht sinnliche Erfahrungen: Riesige, mit Luft gefüllte Blasen der renommierten taiwanesischen Künstlerin Wang Te-Yu, die einen ganzen Ausstellungsraum einnehmen, laden zum Begehen ein, lösen die Architektur rundherum auf, wie Kuratorin Katharina Lackner sagt. Der „Spazio Elastico“ von Gianni Colombo aus 1967/68 ist ein dunkler Raum, in dem in geometrischen Mustern gespannte und von Motoren bewegte Bänder mittels Schwarzlicht sichtbar werden und so der Dunkelheit räumliche Struktur geben. Insgesamt werden es 26 künstlerische Positionen sein, die den „Sinnesrausch“, der bis 13. Oktober 2019 geöffnet ist, auch heuer wieder zu einem außergewöhnlichen Erlebnis machen.

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