Der Lausbua aus Stinatz

Kabarett: Thomas Stipsits servierte im Posthof „Stinatzer Delikatessen“

Sorgte am Samstag gleich zweimal für einen vollen Posthof: Thomas Stipsits
Sorgte am Samstag gleich zweimal für einen vollen Posthof: Thomas Stipsits © Ingo Pertramer

Von Christian Pichler

Als ein Flinserl im Ohr noch etwas galt, als die Kleinen im Kindergarten noch Aschenbecher für die Großen töpferten. Selige Achtzigerjahre! Vielleicht haben die Menschen damals auch mehr miteinander geredet, sinniert der 1983 geborene Thomas Stipsits. Aber die Smartphone-Gegenwart so weit okay. Stipsits weiß heute viel über Katzen, das hat ihm schon oft weitergeholfen.

Eine leichte Überdosis Stipsits im TV, für das Kino wird er auch gern gebucht. Irgendwie bleibt noch Zeit fürs Bühnenhandwerk. Aktuell tingelt Stipsits mit einem „Quasi-Best-of“, am Samstag gastierte er gleich zweimal mit „Stinatzer Delikatessen“ im jeweils rammelvollen Linzer Posthof. Das Beste aus anderthalb Jahrzehnten, das „Quasi“ steht für Ausblicke auf ein neues Programm.

Stipsits lässt schöne Boshaftigkeiten vom Stapel, aber bei ihm klingt es immer wie ein Kompliment. Der Südburgenländer spielt gnadenlos routiniert seinen Lausbubencharme aus, lästert über sein Heimatdorf Stinatz. Im Ort hat sich die Sekte der „Thujaner“ breitgemacht, wohlstandsverwahrloste Hausbesitzer. Seit 500 Jahren hält sich nahezu unverändert hier ein kroatisch gedachter, deutsch gesprochener Dialekt. Das gebiert Sprachperlen wie „Baguetteboden“ oder „großer Bruder von der Maus“ (= Ratte).

Stipsits eine Plaudertasche vor dem Herrn, die auch gefinkelt Nachdenkpausen einstreut. Er schlüpft in die Gedanken von Besucherinnen, die endlich in Ruhe ihren Partner betrachten können („i waaß ned, des muaß domois so a Phase gwesn sei“). Stipsits ein berüchtigter Stimmenimitator, mit umgeschnallter Gitarre dreht er Grönemeyer, Zucchero oder das austriakische Doppelgestirn Wanda/Bilderbuch durch den kabarettistischen Fleischwolf. Hüftbetont gibt er den steirischen Schneuztüchl-Barden mit Faible fürs Scheitelknien. Zurück in die richtig heile Zeit, „die Wöd woa no ned bunt/a Watschn woa no gsund“.

Knackig heimtückisch

Als Zugabe ein weihnachtliches Austropop-Medley, mit Publikumschor verleiht Stipsits seiner langjährigen Forderung Nachdruck: „Baut´s a Freibod in Stinatz!“ Die Machart bieder anmutend, aber knackig heimtückisches Kabarett. Die Menge dankte heftig und mit Fußtrampeln.