Der letzte Schritt zu einem Großereignis

So lief es für Österreichs Fußball-Team bei den bisher sieben WM- und zwei EM-Teilnahmen

Die bisher letzte Qualifikation für ein Großereignis gelang 2015 durch ein 4:1 in Schweden, das Tore von David Alaba, Martin Harnik (2) und Marc Janko (von rechts) sicherstellten. © APA/Jäger

1934: Bei der ersten Weltmeisterschaft in Uruguay 1930 hatte Österreich wie viele europäische Verbände aufgrund der beschwerlichen Anreise nach Südamerika verzichtet, vier Jahre später war der ÖFB aber mit von der Partie. Zur Qualifikation reichte ein einziger Sieg (6:1 gegen Bulgarien). Österreich fuhr wie Ungarn (4:1 in Bulgarien) als Mitfavorit zur Endrunde nach Italien und fühlte sich letztlich im Halbfinale gegen die Gastgeber (0:1) vom Schiedsrichter betrogen. Letztlich belegte die rot-weiß-rote Equipe Rang vier.

1938: Wieder genügte nur ein Spiel! Durch ein 2:1 gegen Lettland hatte sich Österreich für die WM in Frankreich eigentlich qualifiziert, nach dem Anschluss an Hitler-Deutschland wurde aber aus beiden Mannschaften ein wenig harmonierendes Team gebildet, welches schon im Achtelfinale (1. Runde) mit 1:4 nach Verlängerung an der Schweiz scheiterte.

1954: Nach 20 Jahren war Österreich tatsächlich wieder bei einer Endrunde mit von der Partie, in der Qualifikation wurde Portugal mit 9:1 und 0:0 eliminiert. In der Schweiz schafften dann Ernst Happel und Co. mit Rang drei das bis heute beste WM-Ergebnis Österreichs.

Der Spitz von Izmir

1958: Mit 7:1-Punkten aus vier Matches gegen die Niederlande und Luxemburg schaffte Österreich die Qualifikation, der letzte Schritt wurde mit einem 3:0 in Luxemburg getätigt. Bei der WM in Schweden war dann nach der Vorrunde Schluss.

1978: Wieder dauerte es 20 Jahre, ehe Österreich eine WM-Teilnahme feiern durfte, bis heute unvergessen ist der Spitz von (ausgerechnet) Edeltechniker Herbert Prohaska zum 1:0 im entscheidenden Match in Izmir gegen die Türkei. In Argentinien belegte Österreich dann nach dem 3:2 in Cordoba gegen Deutschland Rang sieben.

Erst Buhmann, dann Held

1982: Nach acht Spielen gegen Deutschland, Bulgarien, Albanien und Finnland hatte Österreich mit 11:5-Punkten das Ticket in der Tasche, den letzten Zähler holte man mit einem unspektakulären 0:0 in Bulgarien. Das Turnier in Spanien beendete die Equipe auf Rang acht.

1990: Legendär ist die Qualifikation für das Turnier in Italien. Erst wurde Sevilla-Legionär Toni Polster, der beim Klub im Gegensatz zum Nationalteam wie am Fließband traf, vom Wiener Publikum noch gnadenlos ausgepfiffen, dann war er der strahlende Held. Denn im alles entscheidenden Match am 15. November 1989 war Polster wahrlich „on fire“ und schoss alle drei Treffer zum 3:0. Verständlicherweise verweigerte Polster danach die Ehrenrunde und die Mannschaft ließ ORF-Mann Peter Elstner, der Teamchef Josef Hickersberger anflehte („Pepi, lass mich rein“) nicht in die Kabine. „Es war für mich einer der hässlichsten, fürchterlichsten Tage und dann einer der schönsten Tage“, erinnert sich Polster. Für die Mannschaft war in Italien übrigens in der Vorrunde Endstation, wie auch in allen bisher folgenden Endrunden.

1998: Eine klare Angelegenheit war auch das Entscheidungsmatch für die WM in Frankreich. Am 11. November 1997 wurde Weißrussland mit 4:0 durch Tore von Polster und Peter Stöger (je 2) abgefertigt. Der Schlüssel zur bisher letzten Qualifikation für eine WM waren aber zwei 1:0-Siege gegen Schweden, die jeweils Andi Herzog sicherstellte.

Von der WM zur EM

2008: Für die Europameisterschaft war Österreich als Co-Veranstalter gemeinsam mit der Schweiz erstmals qualifiziert. Im letzten Wahlgang setzten sich die Alpenländer mit 9:3 gegen Ungarn durch.

2016: Die erste sportliche EM-Qualifikation war ein Marsch durch die Gruppe G mit neun Siegen und einem Remis. Das Ticket löste Österreich schon am achten Spieltag am 8. September 2015 mit einem sensationellen 4:1 in Schweden.

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