Der Maßstab – seit 1976

Der Urmeter, Stammvater, Maßstab und Referenzwert in der sportlichen Kompaktklasse ist der VW Golf. Dieser zeigt sich in der aktuellen Version designmäßig jugendlich frisch und fahr- und assistenztechnisch vollständig ausgereift.

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„Wir brauchen auch einen sportlichen Golf“, war anno 1974 das Credo, als VW den kompakten Bestseller und Käfer-Nachfolger aus dem Ärmel schüttelt.

Zwei Jahre später ist es so weit: Der erste GTI kommt auf den Markt – mit einem Golf-Ball als Schaltknauf, weil der damalige Designchef Herbert Schäfer ein passionierter Golfspieler war. So schreiben des die Wolfsburger selbst; und der VW Golf GTI hat seitdem Geschichte geschrieben.

Typenschein

VW Golf GTI

Preis: ab € 43.973,- inkl. Steuern und Abgaben; Testwagenpreis € 54.749,96 unter anderem inklusive Außenfarbe Mondscheingrau € 341,88, adaptive Fahrwerksregelung € 897,60, anklappbare Anhängevorrichtung € 913,44, Head-up-Display € 727,32, LED-Matrix-Scheinwerfer € 1011,12, Panorama-Schiebedach € 1120,68, Rückfahrkamera € 336,60, Spurwechselassistent € 460,68, Soundsystem Harman Kardon 706,20, Winterpaket € 465,96 und 19-Zoll-Aluräder „Adelaide“ € 1535,16; einen VW Golf (1.0 TSI) gibt es ab € 19.890,-
NoVA/Steuer: 12 %/ € 1529,28 jährlich
Garantie: 2 Jahre Neuwagengarantie, 3 Jahre Lackgarantie, 12 Jahre gegen Durchrostung, 2 Jahre Reparatur-Gewährleistung auf Werkstattarbeit, Originalteile und Originaltauschteile
Service: alle 30.000 km oder jedes Jahr

Technische Daten:
Motor: R4, 16V, Turbolader, Partikelfilter, 1984 cm³, 180 kW/245 PS bei 5000 U/min, max. Drehmoment 370 Nm bei 1600-4300 U/min
Getriebe: Siebengangautomatik
Antrieb: Frontantrieb
Höchstgeschwindigkeit: 250 km/h
Leistungsgewicht: 6,1 kg/PS
WLTP-Verbrauch: 7,6 Liter
VOLKSBLATT-Testverbrauch: 8,8 Liter
CO2-Ausstoß: 173 g/km
Euro 6

Eckdaten:
L/B/H: 4396/1789/1491 mm
Radstand: 2619 mm
Eigen-/zul. Gesamtgewicht: 1493/1950 kg
Kofferraum: 374-1230 Liter
Tank: 50 Liter (Benzin)
Reifen: 4 x 235/35 R19 91Y auf 19“-Alus

Sicherheit:
Regelsysteme: ABS/EBV/ESP/ASR/BA/BSD/RSR/LKA/ACC
Airbags: 7

Er war und ist ein polarisierendes Auto, man denke etwa an die GTI-Treffen am Wörthersee, dabei ist der GTI vom Wesen her gar nicht so brachial wie sein Image.
Das zeigt auch ein Blick auf die aktuelle Version.

Äußerlich unterscheidet er sich von seinen ruhigeren und teilweise mild-hybrid-unterstützten Brüdern nur minimal. Die großen Lufteinlässe an der Front, die schwarz gehaltene Frontschürze und klarerweise der GTI-Schriftzug in der Heckmitte weisen ihn als flotten Gesellen aus.

Innen spielt´s ein Technik-Rambazamba a la „Raus mit allen Knöpfen“. Virtuelles Cockpit mit 10,25 Zoll Diagonale, der mittige Touchscreen als Kommandozentrale sowie eine gut funktionierende Sprachsteuerung mit lediglich kleinen Tücken. Der geräumige GTI bietet eine digitale Erlebniswelt im fein gestalteten Innenraum. Das Ganze funktioniert durch die Bank kinderleicht.

Nach wenigen Minuten hat man den Dreh draußen – auch wenn es keinen Drehregler, sondern lediglich einen sogenannten Touchslider für Temperatur und Laustärke gibt. Lediglich am wuchtigen Lederlenkrad sind noch etliche Knöpfe montiert.

Herzstück des Wagens ist natürlich der Motor. In der aktuellen GTI-Version ist es ein aufgeladener, rotzfrech röhrender, aber dennoch gut gedämmter Vierzylinderbenziner mit 245 PS. Das ist im Gegensatz zum ersten GTI, dessen vier Zylinder aus dem 1600er 110 Pferdchen kitzelten, natürlich deutlich mehr. Aber: Der erste GTI wog gut 800 Kilogramm, der aktuelle bringt nahezu 1,5 Tonnen auf die Waage.

So gesehen braucht es auch die 245 PS und 370 Newtonmeter Drehmoment, um rasch den Grip auf die Vorderräder zu bringen. Die explosionsartige Entfaltung birgt der Motor jedenfalls nicht, vielmehr eine stetige, unaufhaltsame Leistungsentwicklung mit jeder Menge Schub und Vorwärtsdrang, der erst bei 250 km/h laut Zulassungsschein endet. Im Spannungsfeld dazwischen absolviert der GTI nahezu jede Fahraufgabe mit Bravour.

Ampeltart? Erster! Schnelle Kurvenpassagen? Mühelos! Holprige Straßenverhältnisse? Vom adaptiven Fahrwerk weggebügelt. Enge Gassen? Kein Problem. Untersteuern? Quasi inexistent. Unerwartete Hindernisse?

Gibt’s so gut wie keine, denn neben dem bewährten Fahrtugenden von Lenkung, Fahrwerk, Bremsen und Motor, wartet der knapp 55.000 Euro teure Bolide auch mit jeder Menge Assistenzsysteme auf – vom Toter-Winkel-Warner angefangen über den adaptiven Tempomaten bis hin zum Querverkehrswarner und Spurwechselassistenten ist so gut wie alles dabei.

Der Blick auf die digitalen Anzeigen verrät jedoch, dass das agile Fahrverhalten – das der GTI einem förmlich oktroyiert – auch seinen Preis hat. 8,8 Liter Sprudel schluckt der keilförmig gezeichnete, knapp 4,4 Meter lange Bolide je hundert Kilometer.

Das wird auch im Eco-Modus nicht weniger, hingegen im Sport-Modus (bei entsprechender Fahrweise) spürbar mehr. Davon abgesehen ist der Golf GTI unter den Kompaktsportlern der beste, nahezu perfekte Allrounder.

Fazit

Oft kopiert und nie erreicht ist ein lahmer Spruch? Mag sein. Er trifft aber auf den VW Golf GTI nach wie vor zu. Und lahm ist – vielleicht im Gegensatz zum Spruch – der GTI ganz sicher nicht. Und der Spruch, also Sound, des Fünfsitzers, sowieso nicht.

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