Der Mensch im digitalen Zeitalter …

Kulturjahr 2020 in Linz: Viele Höhepunkte in der Stadt der Medienkunst

Das Kulturjahr 2020 in Linz rückt den Menschen im Zeitalter der Digitalisierung in den Fokus und zeigt auf, dass der technologische Wandel auch ein kultureller ist.
Das Kulturjahr 2020 in Linz rückt den Menschen im Zeitalter der Digitalisierung in den Fokus und zeigt auf, dass der technologische Wandel auch ein kultureller ist. © vog.photo

„Seit fünf Jahren trägt Linz den Titel Unesco City of Media Arts. Die Kultur ist ein prägender Faktor für Linz. Die Ausgangsposition für das Kulturjahr 2020 ist auch budgetär mit einem Plus von 250.000 Euro für die freien Kunst- und Kulturschaffenden sehr gut.“

Kulturstadträtin Doris Lang-Mayerhofer eröffnete die Pressekonferenz zum heurigen Kulturjahr der Stadt Linz mit positiven Worten: „Linz hat ein Alleinstellungsmerkmal und das ist die 40-jährige Geschichte im Bereich der Digitalisierung und Medienkunst.“ „Der Mensch im Zeitalter der Digitalisierung“ wird auch das bestimmende Motto dieses Kulturjahres. Die Kultur ermögliche es, die Menschen in der schnelllebigen Zeit mitzunehmen und Anreize zu schaffen, um die digitalen Kompetenzen zu stärken: „Künstliche Intelligenz und die Digitalisierung sind die Themen unserer Zeit. Dieser technologische Wandel ist auch ein kultureller, der sich im Spannungsfeld zwischen Analogem und Digitalem auf der Kulturplattform in Oberösterreich präsentiert.“

In diesem Sinne ist einer der zahlreichen Höhepunkte freilich das Ars Electronica Festival (9. bis 13. September), das erstmals am Campus der Johannes Kepler Universität stattfinden wird. „Damit beginnt eine neue Ära“, so Lang-Mayerhofer.

Valie Export wird 80

Das Stream-Festival (28. bis 30. Mai) erhält den Untertitel „Musik, Pop, Kultur und Digitalisierung“ und mit dem AEC-Maindeck eine weitere Bühne. Es wird auch zur Plattform für junge Künstler, die im Rahmen von „LINZ_sounds“ gefördert werden. Außerdem steht der 80. Geburtstag von der als „Österreichs bedeutendste Künstlerin“ ausgezeichneten Pionierin der Medienkunst, der Linzerin Valie Export, an. Eine Ausstellung im Lentos Kunstmuseum, eine Filmreihe im Rahmen des Crossing-Europe-Filmfestivals (21. bis 26. April) im CinemaScope-Format und ein Geburtstagsfest stehen an. Das Valie-Export-Center wird seine erste wissenschaftliche Publikation zu Valie Export veröffentlichen: „Der Virtuelle Körper. Vom Prothesen- zum postbiologischen Körper“.

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Das Nextcomic-Festival (12. bis 21. März) befasst sich mit Rollenbildern in der Gesellschaft. Im AEC wird dazu wieder eine Ausstellung von Schülern der Meisterschule der HTL 1 Linz gestaltet, im Atelierhaus Salzamt stellen heuer oö. Künstler aus.

Das Brucknerfest von 4. September bis 11. Oktober steht ganz im Zeichen der Kontroverse „Bruckner — Brahms“. Stars sind neben Markus Poschner und dem Bruckner Orchester Linz insbesondere Dirigent Christoph von Dohnányi oder Thomas Quasthoff, der mit seinem neuen Programm „For you“ ein Jazz-Special gestalten wird. Die

Linzer Klangwolke findet am 12. September im Donaupark statt.

Hoch im Kurs steht wieder die Kinder- und Jugendkultur. Von der Kinderkulturwoche (8. bis 18. Oktober) mit den Kinder- und Jugendbuchtagen über die Kinderklangwolke am 13. September bis hin zu Digitalisierungs-Workshops in der Stadtbibliothek.

Die Musikschule Linz gibt am 26. Juni ihr City Open Air am OK-Platz und feiert heuer ihr 70-Jahr-Jubiläum. Passend zum runden Geburtstag wird die Veranstaltungsreihe „Musikschule goes Brucknerhaus“ unter dem Motto „Roots“ mit Willi Resetarits und der tschechischen Geigerin und Sängerin Iva Bittova ausgerichtet (4. Dezember).

Die Ausstellungen rücken Persönlichkeiten in den Fokus — u. a. im Lentos den polnischen Künstler Pawel Althamer (7. Februar bis 17. Mai), den oö. Maler Josef Bauer (5. Juni bis 14. September) und den Schweizer Künstler Franz Gertsch (2. Oktober bis 10. Jänner 2021) oder im Nordico den Linzer Unternehmer und Künstler Egon Hofmann (24. Jänner bis 26. April) sowie die Linzer Architekten Curt Kühne und Julius Schulte (30. Oktober bis 7. März 2021). Auch der Kunst der Straße verschreibt sich das Nordico und zeichnet die Entwicklung der Street Art insbesondere in Linz seit den 1980er-Jahren nach.

Nicht zu vergessen auf das Ahoi! Pop Sommer Open Air des Posthofs (16. bis 18. Juli) u. a. mit Star-Rapper Sido, der Indie-Rockband Wanda und Folkshilfe oder das Pflasterspektakel (23. bis 25. Juli), das im Vorjahr 270.000 Gäste verzeichnete.

„Und wir werden heuer beginnen, das Siegerprojekt des Künstlers Andreas Strauss zu den Erinnerungszeichen für NS-Opfer umzusetzen und die ersten Messingstelen aufstellen“, so Julius Stieber, Direktor Kultur und Bildung.

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