„Der Name Niavarani zieht natürlich“

Kulturfabrik Helfenberg zeigt diesen Sommer die Verwechslungskomödie „Manche mögen's verschleiert“

Soffi Schweighofer und Okan Cömert
Soffi Schweighofer und Okan Cömert © Kulturfabrik Helfenberg

Die im Iran geborene und in Paris lebende Filmemacherin Sou Abadi wollte mit ihrer Komödie „Voll verschleiert“, die 2017 in den heimischen Kinos lief, auf keinen Fall in die Nähe solcher Culture-Clash-Renner wie „Monsieure Claude und seine Töchter“geraten. „Es gibt in meinem Film keine Anzeichen der Verachtung“, sagte sie in einem Interview.

Das schwebt auch John F. Kutil vor, der den Stoff heuer auf die Bühne der Kulturfabrik Helfenberg bringen wird. „Ich mag niemanden verarschen“, sagt der Regisseur, der vergangenes Jahr Nestroys „Liebesgeschichten und Heiratssachen“ inszenierte.

„Es ist nicht zu deftig, nicht zu klamaukig“

Inhaltlich könnte das durchaus eine Gradwanderung werden: Die Muslima Leila und der aus dem Iran stammende Armand leben in Paris und verlieben sich. Als Leilas Bruder Mahmoud radikalisiert aus dem Jemen zurückkommt, wird dies zum Problem und Armand schlüpft in einen Niqab und gibt sich als Scheherazade aus, um die in der Wohnung eingesperrte Leila zu treffen. Plötzlich entfacht Mahmouds Liebe für die geheimnisvolle Verschleierte …

Die Bühnenfassung stammt von TV-Dauerbrenner, Kabarettist, Simpl-Chef und Autor Michael Niavarani. „Er bringt schon auch seinen eigenen Humor in die Fassung“, sagt Kutil. „Aber es ist nicht zu deftig, nicht zu klamaukig.“

Seine offizielle Uraufführung feiert „Manche mögen’s verschleiert“ — so der Bühnentitel — in der übernächsten Saison an einem österreichischen Landestheater, in Helfenberg hat das Publikum schon ab der 24. Juli Gelegenheit, die Verwechslungskomödie zu sehen.

In den Hauptrollen spielen u.a. Wenzel Brücher, Okan Cömert, Johnny Mhanna, Mirkan Öncel und Soffi Schweighofer. In kleineren Rollen sind, wie in Helfenberg üblich, ortsansässige Theaterbegeisterte zu sehen. Ein Mitspieler aus Afghanistan wurde jedoch mitten in der Nacht abgeholt und abgeschoben …

„Tagesaktuell könnte ich nicht mithalten“, sagt Kutil und meint damit auch seine Entscheidung, die Handlung nicht etwa nach Wien oder Linz zu verlegen, sondern sie in Paris zu belassen. „Wenn man es mit ein bisschen Abstand sieht, kann man es oft näher anschauen.“

Der Run auf die Karten ist bereits groß, „der Name Niavarani zieht natürlich“, so Kutil. Noch gibt es Tickets (Tel. 0680/3359236) für Vorstellungen bis 11. August.mmo

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