„Der Reformstau ist beendet“

Blau-schwarze Welser Stadtkoalition zieht zufriedene Zwischenbilanz

Seit der Wahl im Jahr 2015 gibt es in der Stadt Wels eine FPÖ-ÖVP-Koalition — und die zieht zwei Jahre vor der nächsten Wahl eine positive Zwischenbilanz. Sowohl was das Inhaltliche als auch das Atmosphärische betrifft, geben sich Bürgermeister Andreas Rabl (FPÖ) und ÖVP-Stadtparteiobmann Peter Csar ein „1 bis 2“ auf der Schulnotenskala.

Gut und vertrauensvoll sei die Zusammenarbeit, sagen beide, betonen aber, dass es durchaus unterschiedliche thematische Zugänge gebe. Aber, so Csar: „Wir diskutieren das aus und kommen zu guten Ergebnissen.“ Dass erfolgreich für die Messestadt gearbeitet wird, ist nach Darstellung des Bürgermeisters auch an der Finanzsituation abzulesen: Der Rechnungsabschluss für den noch unter SPÖ-Verantwortung erstellten ordentlichen Haushalt im Jahr 2015 habe ein Minus von sieben Millionen Euro ausgewiesen, beim Rechnungsabschluss 2018 sei man auf ein Plus von 16 Millionen gekommen. Einen Querverweis kann sich Rabl in diesem Zusammenhang nicht verkneifen: Die Stadt Linz mit einem vielfach höheren Budget habe 2018 einen Überschuss von einer Million Euro erzielt.

Jedenfalls, so der Bürgermeister, sei viel weitergegangen, man habe es geschafft, „Wels in Aufbruchsstimmung zu versetzen, das war auch der Anspruch, den die Welser an uns hatten“. Und Csar spricht von gesetzten „Akzenten, die spürbar sind, der Reformstau ist beendet“.

„Wow-Effekt“ für KJ-Platz

Damit sich die Welser auch künftig wohlfühlen, hat sich Blau-Schwarz noch einiges vorgenommen — von der Erneuerung der Stadtplätze, die etwa dem Kaiser-Josef-Platz einen „Wow-Effekt“ bescheren und einen rundum erneuerten Wochenmarkt bringen soll über den Ausbau der Kinder- und Seniorenbetreuung bis hin zum Klimaschutz. Besonderes Augenmerk will man hier einerseits auf die Grünflächen und Parkanlagen legen, andererseits soll das Radwegenetz ausgebaut werden, um den Individualverkehr zu reduzieren. Wobei Csar betont, dass man zwar „das Rad attraktiv machen will“, aber den motorisierten Verkehr nicht diskriminieren will. Man wolle auch „konfliktfreie Radwege“, sprich keine Vermischung von Fußgänger- und Radverkehr, ergänzt Rabl.

Der im Übrigen auch einen Wunsch an die künftige Bundesregierung hat: Bei festgestellten Sprachproblemen solle die Kindergartenpflicht nicht erst mit fünf Jahren, sondern schon früher angesetzt werden. In Wels erhalten derzeit 73,17 Prozent aller Kindergartenkinder eine Sprachförderung.

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