Der sammelt Pluspunkte

Sportliche Optik bei gleichzeitig biederer Motorisierung – das trifft auf den kompakten Hyundai i30 N-Line zu.

Von Oliver Koch

Das mit dem Schein und dem Sein kann nicht nur zwischenmenschlich für pikante Szenen sorgen – auch bei den Automobilen gibt es mittlerweile bei vielen Herstellern eine Ausstattungslinie, die zwar rein äußerlich Sportlichkeit vermittelt unter der Haube dann aber einen braven Motor aufweist.

Das schaut bei der Fahrt zur Disco also lässig aus, taugt aber nur bedingt zum Hatzerl im Freundeskreis. Hyundai hat einen Biedermann im Brandstiftergewand ebenfalls an Bord. Sein Name: i30 N-Line, wobei das N für das hauseigene Forschungs- und Entwicklungszentrum Namyang steht und nicht für die berühmt-berüchtigte Nordschleife.

Typenschein

Hyundai i30 N-Line Plus 1,4 T-GDi DCT

Preis: ab € 30.490,- inkl. Steuern und Abgaben; Testwagenpreis € 31.065,- inklusive Außenfarbe Micron Grey € 575,-; einen Hyundai i30 N-Line (1,4 T-GDi) gibt es ab € 25.990,-
NoVA/Steuer: 8 %/ € 594,- jährlich
Garantie: 5 Jahre ohne Kilometerbegrenzung, 3 Jahre Lackgarantie, 12 Jahre gegen Durchrostung
Service: alle 30.000 km bzw. jährlich

Technische Daten:
Motor: R4, 16V, Turbolader, Partikelfilter, 1353 cm³, 103 kW/140 PS bei 6000 U/min, max. Drehmoment 242 Nm bei 1500 U/min
Getriebe: Siebengangautomatik
Antrieb: Frontantrieb
Höchstgeschwindigkeit: 205 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h: 9,2 s
Leistungsgewicht: 10 kg/PS
MVEG-Verbrauch: 6,7/5,1/5,7 Liter
VOLKSBLATT-Testverbrauch: 7,2 Liter
CO2-Ausstoß: 130 g/km
NOx: 0,0192 g/km; Euro 6d-TEMP

Eckdaten:
L/B/H: 4345/1795/1453 mm
Radstand: 2650 mm
Eigen-/zul. Gesamtgewicht: 1411/1870 kg
Kofferraum: 395-1301 Liter
Tank: 50 Liter (Benzin)
Reifen: 4 x 225/40 R18 92Y auf 18“-Alus

Sicherheit:
Regelsysteme: ABS/EBV/ESP/ASR/BA/ACC/BSD/RSR/LKA
Airbags: 7

Sei es, wie es sei. Der Look des 1,45 Meter hohen i30 N-Line ist jedenfalls sehr sportlich. Angefangen vom breiten Cascading-Kühlergrill und die breiten Front-Lufteinlässe über die lange, kaum konturierte Motorhaube zieht sich der 4,435 Meter lange Kompakte geduckt nach hinten, nur um ein dezentes Spoilerheck emporzurecken und einen tieftönenden Doppelrohr-Auspuff zur Schau zu stellen. Die chromumrahmten Seitenfenster, schwarz eingefasste LED-Lichter und die Haifischflosse verleihen dem i30 N-Line eine dezent noble Note.

Im Innenraum bedient sich der N-Line auch der Elemente, die sich im Sport-Bruder finden: Dazu gehören der schwarze Dachhimmel, die Sportsitze in Veloursleder mit grauen Nähten, das typische wuchtige N-Lenkrad inklusive Multifunktionstasten sowie Sportpedale mit Metallauflagen. Von den optisch sportlichen Ambitionen zeugen auch die N-Line-Logos; ansonsten ließen die Hyundai-Designer die sonst markentypische übersichtliche Gestaltung des Cockpits gleich. Das heißt: Der gut verarbeitete Innenraum wird vom mittig platzierten, acht Zoll großen Touchscreen dominiert.

Darunter tummeln sich die Knöpfe für die serienmäßige Klimaanlage und neben dem schlanken Hebel für die Doppelkupplung liegen beispielsweise die Knöpfe für Fahrmodi, sowie Sitz- und Lenkradheizung. Ausgestattet ist der N-Line Plus – also die Top-Variante – mit so gut wie allem, was en vogue ist. So sind beispielsweise elektrische Sitzeinstellung inklusive Memoryfunktion, Lendenwirbelstütze, Bluetooth, sieben Airbags, Sitzheizung, adaptiver Tempomat, Schaltwippen, USB-Anschluss und induktive Ladestation fürs Smartphone im gut 30.000 Euro teuren i 30 serienmäßig.

Der also rassig wirkende Benziner muss aber auch den Test antreten, ob er auch hält, was er verspricht. Im Großen und Ganzen schneidet der 1,4-Tonner dabei nicht so schlecht ab. Das Spurtverhalten des laufruhigen 140 PS starken Direkteinspritzers ist annehmbar, der 100er-Spurt erledigt der Fronttriebler binnen 9,2 Sekunden. Dabei geht die Siebengangautomatik unauffällig aber nicht allzu rasch zu Werke. Die Federung ist straff, beinahe schon hart, selbiges trifft auch auf die Bremsen zu. Traktion bietet der N-Line genügend, nur bei Nässe kommt er leicht an seine Grenzen. Die Lenkung wiederum ist präzise und direkt aber auch ein wenig schwerfällig. Der Verbrauch ist mit 7,2 Litern jedoch fast schon grenzwertig.

Der Kompakte, der im tschechischen Nosovice gefertigt wird, entpuppt sich aber dann prinzipiell als alltagstauglich. Der Passagierraum reicht für fünf Insassen allemal, die Ablagen sind voluminös und etliche an der Zahl und der sehr solide verarbeitete Kofferraum fasst 395 Liter, nach Umlegen der Rückbank im Verhältnis 60:40 auf ebener Fläche mit einem kleinen Spalt dann ausreichende 1301 Liter. Mehr muss es auch nicht sein.

Fazit: In Bezug auf Preis-Leistungs-Verhältnis, Serienmitgift, Optik, Garantie und Fahrverhalten sammelt der Hyundai i30 N-Line mächtig viele Pluspunkte. So kann der Kompakte auch zur Einstiegsdroge in die Welt der kompakten Sportler werden. Einen solchen hat Hyundai auch im Talon; den scharfen Fastback N; und diesen Test gibt´s dann nächste Woche bei uns zur Nachlese.

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