„Der schönste Tag in meinem Leben“

Doskozil holt SPÖ-Absolute im Burgenland — 19 SPÖ, 11 ÖVP, 4 FPÖ, 2 G

Aus der Landeskoalition mit der SPÖ kann sich FPÖ-Chef Johann Tschürtz (l.) verabschieden, Hans Peter Doskozil hat im Landtag die absolute Mehrheit, wenn auch nur mit einem Mandat Überhang. © APA/Oczeret

„Das ist der schönste Tag in meinem Leben“, sagte Burgenlands SPÖ-Landeschef und LH Hans Peter Doskozil — kurz, nachdem sich am Sonntag sein fulminanter Wahlsieg mit fast 50 Prozent der Stimmen und absoluter und Mandatsmehrheit für die SPÖ in ersten Hochrechnungen abgezeichnet hatte.

Nach dem Rekordtief von 41,9 Prozent im Jahr 2015 legte die SPÖ um rund acht Punkte zu, ein Zugewinn, der in diesem Ausmaß aus den wenigen Meinungsumfragen vor der Wahl nicht abzulesen war.

Während die FPÖ den Abwärtstrend der Landtagswahlen in Vorarlberg und der Steiermark sowie der Nationalratswahl prolongierte — sich Bundesparteiobmann Norbert Hofer dessenungeachtet aber über das „drittbeste Ergebnis der FPÖ im Burgenland“ freute —, blieb für ÖVP und Grüne allfälliger bundespolitischer Rückenwind im Wesentlichen wirkungslos. Dennoch freute sich ÖVP-Bundesparteiobmann Sebastian Kurz über den türkisen Anstieg auf 30,6 Prozent: „Mit den Zugewinnen im Burgenland verzeichnen wir als Volkspartei die siebte erfolgreiche Landtagswahl seit 2017“. Kurz sieht auch im Abschneiden bei der Gemeinderatswahl in NÖ (siehe Bericht unten) einen „Beweis, dass der türkise Weg bei den Menschen ankommt“.

Die Neos schafften den Sprung in den Landtag nicht, die Liste Burgenland flog hinaus. Damit lautet das Mandatsverhältnis: 19 SPÖ (+4), wie bisher 11 ÖVP, 4 FPÖ (-2) und unverändert 2 Grüne.

YT
Video
Ich möchte eingebundene Social Media Inhalte sehen. Hierbei werden personenbezogene Daten (IP-Adresse o.ä.) übertragen. Diese Einstellung kann jederzeit mit Wirkung für die Zukunft in der Datenschutzerklärung oder unter dem Menüpunkt Cookies geändert werden.

Kein Größenwahn

Während Wahlgewinner Doskozil aus den Reihen der SPÖ von Parteivorsitzender Pamela Rendi-Wagner abwärts mit Lob überschüttet wurde, mahnte der Landeshauptmann, man dürfe „jetzt nicht größenwahnsinnig werden“. Aber er sei „stolz, bei der Sozialdemokratie im Burgenland zuhause zu sein“. Rendi-Wagner führte Doskozils Erfolg auf die Themensetzung und die Einigkeit in der Partei zurück. „Wir alle können uns ein Beispiel nehmen, wie die gesamte SPÖ Burgenland für ein gemeinsames Ziel gelaufen ist“, so die SPÖ-Vorsitzende, die im Wahlkampf im Burgenland nicht präsent war.

„Fokus auf Sacharbeit“

LH Thomas Stelzer gratulierte „allen Parteien, die bei der Landtagswahl im Burgenland zulegen konnten“, nun sei es wichtig, „dass der Fokus auf Sacharbeit und auf das Miteinander gelegt wird“. Denn die Zusammenarbeit innerhalb der Bundesländer sei „eine zentrale Säule für die gute Weiterentwicklung der gesamten Republik“. Für SPÖ-Landeschefin Birgit Gerstorfer ist das Ergebnis ein Zeichen dafür, dass sich eine Politik lohne, die den Menschen in den Mittelpunkt stelle. OÖVP-LGF Wolfgang Hattmannsdorfer sieht in Doskozil einen „inhaltlichen Gegenentwurf“ zur SPÖ im Bund und in OÖ, man fühle sich sowohl in der Integrationspolitik als auch bei der Reform der Sozialhilfe bestätigt.

Wie ist Ihre Meinung?