„Der Standort Oberösterreich wird ein starker bleiben“

Bundeskanzler Kurz und Landeshauptmann Stelzer betonen Gemeinsamkeit im Kampf gegen Corona-Folgen

„Der Standort Oberösterreich ist traditionell ein guter, es ist das Industriebundesland Nummer eins.“ Das sagte Bundeskanzler Sebastian Kurz am Dienstag. Dennoch habe die Corona-Pandemie Auswirkungen. Gemeinsam arbeite man daran, die negativen Folgen möglichst abzumildern.

Auf Landesebene habe es bereits groß angelegte Unterstützungsmaßnahmen gegeben, nannte Landeshauptmann Thomas Stelzer etwa das 580 Millionen Euro schwere Oberösterreich-Paket. Weiters habe man im Zuge des Gemeindepakets rund 344 Millionen Euro regional investiert sowie Haftungs- und Stiftungslösungen umgesetzt. Und man werde in den kommenden Wochen den „Oberösterreich-Plan“ als Zukunftsplan präsentieren, kündigte Stelzer an.

Kanzler Kurz hätte eigentlich zu einem persönlichen Treffen mit Landeshauptmann Thomas Stelzer ins Land ob der Enns kommen wollen. Wegen der Corona-Infektion eines Mitarbeiters im Kanzleramt nahm Kurz via Videokonferenz an dem Treffen mit Vertretern des Landes und der Sozialpartner teil. Der Kanzler ist selbst wie berichtet nicht mit dem Coronavirus infiziert, man geht aber dennoch auf Nummer sicher.

Natürlich habe die Corona- Krise auch Auswirkungen auf Oberösterreich, sagte Kurz. So seien Exportmärkte eingebrochen, etwa im automotiven Sektor, was heimische Zulieferer betreffe. Daher setze man weiter auf Hilfsprogramme für betroffene Unternehmen und deren Mitarbeiter, etwa mit Kurzarbeit, Fixkostenzuschuss und Anreizen wie die Investitionsprämie.

Investitionsprämie hat voll eingeschlagen

Diese Prämie „nutzt Oberösterreich am stärksten“, zeigte sich Kurz erfreut: Österreichweit wurden fast 1,5 Milliarden Euro an Prämien beantragt, die mehr als 14 Milliarden Euro an Investitionen auslösen. Und ein Drittel der rund 18.000 Anträge entfalle auf Oberösterreich.

Die Investitionsprämie habe tatsächlich „eingeschlagen wie eine Bombe“, ist auch Wirtschaftslandesrat Markus Achleitner zufrieden. Viele Investitionen gehen in Richtung Digitalisierung und Ökologisierung. „Der Steuerungseffekt ist damit gelungen“, so der Landesrat.

Künftige Technische Uni zeugt von Vertrauen

„Der Standort Oberösterreich wird ein starker bleiben“, zeigte sich Kurz denn auch überzeugt. Dies spiegle sich auch in den Investitionen der Politik wider, nannte Kurz etwa die Technische Universität, für die Oberösterreich den Zuschlag bekommen hatte. Auch Stelzer ist überzeugt davon, dass die neue Universität für weiteren Schwung sorgen wird, zumal deren Fokus auf Digitalisierung zukunftsweisend sei: „Der Impuls, der von der Technischen Universität ausgeht, ist ganz wichtig.“

Neue Arbeitsstiftung ermöglicht Umschulungen

Um die Corona-bedingte Arbeitslosigkeit in Österreich zu bekämpfen, setze man vermehrt auf Umschulungen, so der Kanzler. Eine eigene Arbeitsstiftung werde heuer noch rund 15.000 Personen Umschulungsmaßnahmen ermöglichen, im kommenden Jahr dann 75.000. Gemeinsam mit dem Land und den Sozialpartnern werde man für jeden Arbeitsplatz und jeden Betriebsstandort kämpfen, sagte Gerhard Straßer, Chef des Arbeitsmarktservice Oberösterreich.

Fachkräftemangel bleibt Herausforderung

„Wir werden für jeden Unternehmensstandort gemeinsam kämpfen“, stellte Doris Hummer, Präsidentin der Wirtschaftskammer Oberösterreich, klar. Trotz höherer Arbeitslosigkeit bleibe der Fachkräftemangel eine große Herausforderung für Betriebe.

Industrieland steht auf vielen Beinen

„Das Industrieland Oberösterreich steht auf vielen Branchenbeinen und hat in Österreich den mit Abstand stärksten Bedarf an MINT-Fachkräften“, sagte Axel Greiner, Präsident der Industriellenvereinigung Oberösterreich.

Das gemeinsame Vorgehen etwa im Kampf um den Standort des Fahrzeugbauers MAN in Steyr begrüßte der Präsident der Arbeiterkammer und des ÖGB Oberösterreich, Johann Kalliauer. Vor allem kurzfristige Investitionen seien nun gefragt.

Stelzer: Nur miteinander wird OÖ wieder stark

In Sachen Arbeitsmarkt gehe es nicht um Statistiken, sondern um jedes einzelne Schicksal, betonte Stelzer: „Denn eines ist klar: Die Corona-Pandemie stellt uns vor gewaltige Herausforderungen, die nur durch ein Miteinander und Zusammenarbeit bewältigt werden können.“ Klar sei, dass man weitere Maßnahmen brauche und auch weiter Maßnahmen setzen werde. „Nur miteinander können wir Oberösterreich wieder stark machen“, stellte Stelzer klar.

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