Der Wettergott, ein Fan von Villazon

„Klassik am Dom“ kam in Regenmänteln, aber trocken über die Runden

Ein Gesangspaar, das bestens harmoniert: Sopranistin Pumeza Matshikiza und Tenor Rolando Villazon.
Ein Gesangspaar, das bestens harmoniert: Sopranistin Pumeza Matshikiza und Tenor Rolando Villazon. © Mesic

Von Georgina Szeless

Beinahe wäre ausgerechnet der vierte Abend von „Klassik am Dom“ mit Rolando Villazon zu einer Zitterpartie geworden. Kaum erschien der Weltstar auf der Bühne, fielen schon wieder ein paar Regentropfen vom Himmel. Der Weltstar trug es mit seinem bekannten Humor und meinte: „Wir warten, bis später.“

Völlige Hingabe

Bald darauf ging es los mit einem gemischten Programm, extra für Villazon bestellt, um seinen sängerischen Glanz von einst erneut dem ergebenen Publikum zu beweisen. Und vor allem sein Naturell von einem Künstler auszuspielen, der mit glühendem Herzen an der Musik hängt. Eine völlige Hingabe, ein völliges Aufgehen in jeder Nummer bis zum brennenden letzten Atem. So gab er sich auch diesmal, auch noch gegen das Finale des Abends hin. „Kommen Sie gut nach Hause“ wünschte Moderatorin Teresa Vogl, vergeblich, der Domplatz wollte sich auch nach der dritten Zugabe nicht leeren.

Man wird den „klassischen“ Auftritt von Villazon nicht vergessen. Der Clownerien liebende Star würzte ihn mit spaßigen Einlagen, animierte die Zuhörer zum Klatschen, ließ sich interviewen und verriet dabei auch Privates, etwa, dass sein Vater von Österreich nach Mexiko ausgewandert ist. Die Gesangsnummern teilte er sich — sehr zum Vorteil — mit der südafrikanischen Sopranistin Pumeza Matshikiza, deren bühnenerprobte Stimme als Micaela aus „Carmen“, als Dvoraks „Rusalka“, bei Maurice Ravel oder in Gershwins „Porgy and Bess“ und besonders als „Butterfly“ begeisterte.

Villazons baritonale Klangfarben, von der Technik professionell gestützt, gingen nicht minder unter die Haut, ob er Musik von Gabriel Fauré, von Verdi eine Romanze oder „Man of La Mancha“ inbrünstig servierte. Dass das Gesangspaar im Duett bestens harmoniert, davon überzeugten Kostproben wie Lehárs „Lippen schweigen“ (die einzige auf Deutsch gesungene Nummer) und Leonard Bernsteins „Tonight“ aus der „West Side Story“.

Auch die Philharmonie Salzburg unter der versierten Leitung von Elisabeth Fuchs scheint verliebt zu sein in den Star und half mit ihrer Begleitung und den Orchestereinlagen mit, dass der doch unvermeidliche Show-Charakter der „Klassik am Dom“-Konzerte als seriöses Outdoor-Vergnügen erlebt werden konnte.

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