Deutlich weniger Schaden durch Euro-Fälschungen in Pandemie

Die Coronavirus-Pandemie hat im Jahr 2020 zu einem deutlichen Rückgang der sichergestellten Euro-Fälschungen geführt. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr um 1.656 Stück weniger gefälschte Banknoten sichergestellt, was ein Minus von 20,8 Prozent gegenüber 2019 bedeutet, berichtete die Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) in ihrer am Freitag veröffentlichten Statistik. Grund ist die eingeschränkte Konsummöglichkeit durch die Lockdowns.

Insgesamt wurden im Jahr 2020 in Österreich 6.321 Stück gefälschte Banknoten (2019: 7.977 Stück) sichergestellt. Der größte Anteil daran entfiel wie auch in den Vorjahren auf die 50-Euro-Banknote (29,5 Prozent), ganz knapp gefolgt von der 20-Euro-Banknote mit 28,4 Prozent. In Summe betrug der durch gefälschte Banknoten entstandene Schaden 320.190 EUR (2019: 551.950 EUR), das ist ein Minus von über 40 Prozent.

Nach wie vor wurden die meisten Fälschungen in Wien aus dem Verkehr gezogen, wenn auch Wiens Anteil an allen österreichweit sichergestellten Fälschungen deutlich zurückging (2020: 26,4 Prozent; 2019: 35,9 Prozent). Dabei dürfte eine Rolle gespielt haben, dass in Wien die touristischen Nächtigungszahlen Pandemie-bedingt am stärksten zurückgingen. Das zweithöchste Fälschungsaufkommen verzeichnete auch 2020 wieder die Steiermark mit einem Anteil von 17,8 Prozent, gefolgt von Oberösterreich (12,2 Prozent).

Während die hohen Stückelungen einen deutlichen Fälschungsrückgang aufweisen, zeigen die Daten für Banknoten mit niedrigem Nennwert einen Anstieg im Fälschungsaufkommen. Es sei daher im Alltag wichtig, auch bei niedrigem Nennwert die Euro-Banknoten stets auf ihre Echtheit zu überprüfen, rät die OeNB.

Je niedriger der Banknoten-Nennwert, desto stärker werden diese strapaziert, da sie häufiger für tägliche Transaktionen verwendet werden. Aus diesem Grund hat das Eurosystem bei der Einführung der Europa-Serie im Jahr 2013 entschieden, die Fünf- und Zehn-Euro-Banknoten zu beschichten. „Dadurch kann die Lebensdauer dieser Banknoten nachweislich um bis zu einem Viertel verlängert werden. Das spart langfristig Herstellungskosten und Ressourcen“, erklärte OeNB-Direktor Eduard Schock. Da auch die 20-Euro-Scheine für tägliche Transaktionen wichtig sind, werden nunmehr auch sie mit einem Speziallack beschichtet.

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Im täglichen Gebrauch wird man praktisch keinen Unterschied erkennen. Die beschichteten Banknoten fühlen sich laut OeNB lediglich etwas glatter an. Auch für Banknotenprüfgeräte oder SB-Automaten sind keine Auswirkungen zu erwarten. In Österreich werden die beschichteten 20-Euro-Banknoten im Laufe des Jahres Schritt für Schritt ausgegeben und sukzessive die unbeschichteten ersetzen.

Aufgrund der Pandemie und infolge des Aufrufs, nicht mit Bargeld, sondern mit Karte zu zahlen, ist auch die Bargeldmenge, die für tägliche Transaktionen im Handel und für Dienstleistungen verwendet wird, um knapp 20 Prozent zurückgegangen. Dadurch stieg die Bargeldmenge, die zur Reservehaltung dient, stark an. Der geschätzte stückmäßige Euro-Banknotenumlauf in Österreich sank um zwölf Prozent auf etwa 553 Millionen Stück. Der geschätzte wertmäßige Euro-Banknotenumlauf sank hingegen nur um etwa ein Prozent auf 31,1 Milliarden Euro. Die Erfahrungen aus der Zeit nach dem ersten Lockdown im Vorjahr zeigen, dass sich die Bargeldnachfrage rasch wieder auf normalem Niveau eingependelt hat, sagte die OeNB. Dies sei auch in der gegenwärtigen Phase zu erwarten.

„Wir haben im Eurosystem und damit auch in Österreich seit 2019 die zweite Serie der Euro-Banknoten mit weiter verbesserten Sicherheitsmerkmalen im Umlauf und sehen den Erfolg an den deutlich geringeren Fälschungszahlen im Jahr 2020“, zeigte sich Schock über die neuesten technischen Entwicklungen erfreut. “Die Covid-19-Pandemie hat insgesamt im Jahresverlauf zu einem deutlichen Rückgang der sichergestellten Fälschungen beigetragen.

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