Deutsch-Zentralmatura ohne Probleme gestartet

Trotz der neuen Hygieneregeln problemlos ist laut Bildungsministerium der Start der heurigen Zentralmatura verlaufen. Bis zu 40.000 Schüler an AHS und berufsbildenden Schulen haben am Dienstag um 8.30 Uhr mit Deutsch jenes Fach in Angriff genommen, das außer an HTL für alle Schüler verpflichtend ist. Für Ärger bei manchem Direktor sorgte die neue Notenregelung.

Laut „Kurier“ (Dienstag-Ausgabe) haben am gestrigen Montag beim Matura-Auftakt in den nicht-zentralen Prüfungsfächern einzelne Schüler nach kurzer Zeit ihre Klausuren unbearbeitet abgegeben, weil sie aufgrund ihrer Zeugnisnoten die Reifeprüfung ohnehin bestanden haben.

Heuer neu ist nämlich die Einbeziehung der Note der Abschlussklasse (bzw. der Note in dem Jahr, in dem das Prüfungsfach letztmals unterrichtet wurde) ins Maturazeugnis. Klausur- und Zeugnisnote sind dabei grundsätzlich gleichwertig – steht man deshalb genau zwischen zwei Noten, zählt die Klausurnote stärker.

Das führt unter anderem dazu, dass Schüler, die mindestens einen Dreier im Zeugnis stehen haben, in diesem Fach keinen Fünfer mehr kriegen können. Merkt ein Schüler mit einem Befriedigend im Abschlusszeugnis also nach dem Durchlesen der Angabe, dass er wohl keine bessere Note als einen Vierer auf die Klausur bekommt, macht es für ihn keinen Unterschied, ob er die Prüfung gleich abgibt oder abschließt.

Dieses Verhalten ist nicht unbedingt neu: Auch bisher haben Schüler vereinzelt immer wieder nach kurzer Zeit die Klausur abgebrochen, weil sie merkten, dass sie sie nicht schaffen würden. Sie mussten dann aber aufgrund der negativen Note zur Kompensationsprüfung antreten.

Am ehesten vergleichbar ist das Vorgehen mit ebenfalls vereinzelten Vorkommnissen bei der Mathe-Zentralmatura an der AHS. Dort reichen für eine positive Note 16 Punkte (von insgesamt 48) im sogenannten Grundlagenteil. Sind diese praktisch sicher erreicht und eine bessere Note im anspruchsvolleren zweiten Teil nicht in Sicht, wurde auch hier vorzeitig abgegeben.

Die vorzeitigen Abbrüche „sind natürlich nicht in unserem Sinne“, hieß es auf APA-Anfrage dazu aus dem Bildungsministerium. „Man nimmt sich ja damit selbst die Chance auf eine bessere Note.“ Bei den Reifeprüfungen seien sie aber immer wieder vorgekommen und würden das wohl auch weiterhin. Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) hatte zuletzt angekündigt, das neue System auch weiter beibehalten zu wollen – mit der Einschränkung, dass man sich zunächst ansehen werde, wie es heuer funktioniert habe. Man werde sich daher wie angekündigt alles im Detail ansehen und im Auge behalten, hieß es heute.

Die Sprecherin der AHS-Direktoren, Isabella Zins, konnte der Einbeziehung der Note des Abschlusszeugnisses zwar im „Kurier“ zwar „durchaus etwas abgewinnen“. Der Ansporn zu besseren Leistungen in der letzten Klasse steige dadurch. „Wenn aber die Note der Maturaprüfung eigentlich egal wäre, dann ist das ein fatales Signal.“ Eine Möglichkeit wäre etwa, bei einem Fünfer auf die Klausur jedenfalls zur Kompensationsprüfung antreten zu müssen. Der Direktor des Schulzentrums Ybbs, Rainer Graf, wiederum führte ins Treffen, dass durch die Zentralmatura eigentlich ein Mindestniveau an Schulen gesichert werden sollte.

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