Deutsche Atommüllzone reicht bis an die Grenze Oberösterreichs

Nach Aus für Gorleben: Halb Deutschland möglicher Endlager-Standort

Nachdem die deutsche Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) das Atommüll-Zwischenlager im niedersächischen Gorleben überraschend als Endlager ausgeschlossen hat, beginnt in Deutschland die Standortsuche bei Null. Das kann Oberösterreich nicht egal sein.

Denn die BGE favorisiert zwar noch keinen anderen Standort, eröffnet aber viele Optionen. Im „Zwischenbericht Teilgebiete“ für die Suche nach dem Endlager werden 194.157 Quadratkilometer — 54 Prozent der deutschen Landesfläche — als geologisch geeignet ausgewiesen.

Und diese potenzielle Atommüllzone reicht etwa in Bayern direkt bis an die Grenze zu Österreich!

Obwohl auch Passau in diesem Gebiet liegt, ist der dortige Oberbürgermeister Jürgen Dupper (SPD) nicht sonderlich beunruhigt: „Da 54 Prozent Deutschlands Untersuchungsgebiet sind, war die Wahrscheinlichkeit hoch, dass man dabei ist“, so Dupper zum VOLKSBLATT.

Und: „Da offensichtlich im derzeitigen Grad der Untersuchung die Besiedlung noch keine Rolle gespielt hat, sehe ich dem künftigen Prozess gelassen entgegen.“ Tatsächlich wird niemand ernsthaft das Stadtgebiet von Passau als Atomdeponie ins Auge fassen — für die weniger dicht besiedelte Umgebung in Niederbayern könnte das aber anders aussehen.

Söder: Bayern ungeeignet

Das Endlager soll in Salz, Ton oder kristallinem Gestein, etwa Granit, errichtet werden. An der Grenze zu Oberösterreich gibt es sowohl Ton als auch Granit. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) verweist jedoch darauf, dass die Tonschicht in Bayern dünner als anderswo in Deutschland sei. Auch die bayerischen Regionen mit Granit seien sehr zerklüftet und deshalb ungeeignet für ein Atommüllendlager.

Von Manfred Maurer

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