Deutsche Brauereien: Oktoberfest-Absage ist weitere Hiobsbotschaft

Die Absage des Oktoberfestes in München und die Terminprobleme für die Cranger Kirmes im Ruhrgebiet werden in der Bierbranche als weitere Hiobsbotschaften angesehen.

Der Deutsche Brauer-Bund spricht von deutschlandweit bereits abgesagten zehntausenden Veranstaltungen und Festen, die eigentlich ein Pfeiler der Branche seien.

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„Das ist auf Null“, sagte Hauptgeschäftsführer Holger Eichele am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Auch der wichtige Pfeiler Gastronomie, mit dem üblicherweise etwa 20 Prozent des gesamten deutschen Bierabsatzes verbunden sind, sei derzeit weggebrochen.

Vor diesem Hintergrund und angesichts herber Rückschläge im Exportgeschäft drohe der deutschen Braubranche nach aktuellem Stand ein zweistelliger Absatzrückgang im laufenden Jahr. „Es ist noch kein Licht am Ende des Tunnels im Sicht“, verdeutlichte Eichele. Im Gastgewerbe verschärfe sich die Situation von Tag zu Tag und das habe in einem Dominoeffekt längst auf die Brauwirtschaft übergriffen. Viele der deutschlandweit über 1.500 Bierhersteller seien eng an die Gastronomie gebunden und Pachtausfälle träfen die Brauer hart.

Der Bierabsatz im Einzelhandel, dem vierten Pfeiler der Branche neben Gastronomie, Veranstaltungen und Export, verlaufe aktuell schleppend. Knapp 90 Prozent der Brauereien rechneten mit Kurzarbeit und knapp 20 Prozent mit Kündigungen. Der Verband forderte Bund und Bundesländer auf, die „drohende Pleitewelle im Gastgewerbe“ zu stoppen. “Das Gebot der Stunde ist es, weiterhin wirksam die Gesundheit der Bevölkerung zu schützen, gleichzeitig aber aufseiten der Wirtschaft Insolvenzen mit all ihren Konsequenzen zu verhindern, unterstrich Eichele.

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