Deutsche Inflationsrate stieg im April auf 7,4 Prozent

Die Inflation in Deutschland ist im April wegen höherer Energie- und Lebensmittelpreise infolge des Ukraine-Kriegs auf den höchsten Stand seit mehr als 40 Jahren gestiegen. Waren und Dienstleistungen kosteten durchschnittlich 7,4 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte. Es war der höchste Stand seit der deutschen Wiedervereinigung im Jahr 1990.

In den alten Bundesländern gab es zuletzt im Herbst 1981 eine ähnlich hohe Rate infolge des ersten Golfkriegs zwischen dem Irak und dem Iran.

Im März lag die Teuerungsrate noch bei 7,3 Prozent. „Die Inflationsrate erreichte damit im zweiten Monat in Folge einen neuen Höchststand im vereinigten Deutschland“, sagte der Präsident des Statistikamtes, Georg Thiel.

Ein Ende des starken Preisauftriebs ist noch nicht in Sicht. Aktuell wollen so viele Unternehmen wie noch nie in den kommenden drei Monaten ihre Preise erhöhen, wie eine Umfrage des Ifo-Instituts ergab. „Die Inflation in Deutschland dürfte damit auch in den kommenden Monaten bei über sieben Prozent liegen“, sagte Ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser deshalb voraus. Für das Gesamtjahr 2022 rechneten Volkswirte zuletzt mit einer durchschnittlichen Teuerungsrate von mehr als sechs Prozent in Europas größter Volkswirtschaft. Das wäre die höchste Inflation seit der deutschen Wiedervereinigung.

Der russische Einmarsch in die Ukraine sorgt für drastisch steigende Energie- und Rohstoffpreise. Dies bekommen die Verbraucherinnen und Verbraucher beim Tanken und Heizen zu spüren. Energie kostete um 35,3 Prozent mehr als im April 2021. Mit einem Aufschlag von 98,6 Prozent haben sich die Preise für leichtes Heizöl fast verdoppelt. Auch Kraftstoffe (+38,5 Prozent) und Erdgas (+47,5 Prozent) verteuerten sich merklich, ebenso Strom (+19,3 Prozent).

Überdurchschnittliche Steigerungen gab es auch bei Nahrungsmitteln, die um 8,6 Prozent mehr kosteten. „Hier werden zunehmend die Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine sichtbar“, betonten die Statistiker. Erheblich teurer wurden Speisefette und Speiseöle (+27,3 Prozent), Fleisch und Fleischwaren (+11,8 Prozent), Molkereiprodukte und Eier (+9,4 Prozent) sowie frisches Gemüse (+9,3 Prozent).

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