Deutscher Handel mit Weihnachtsgeschäft unzufrieden

Die deutschen Einzelhändler sind auch nach dem vierten Adventswochenende mehrheitlich enttäuscht vom Weihnachtsgeschäft. Zwei Drittel der 1.000 Befragten seien mit dem bisherigen Verlauf unzufrieden, wie der Handelsverband Deutschland (HDE) am Sonntag mitteilte. „Das diesjährige Weihnachtsgeschäft ist eine herbe Enttäuschung für viele Händlerinnen und Händler“, so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth.

Die deutschen Geschäfte waren im Gegensatz zu jenen in Österreich trotz hoher Infektionszahlen offen. Die Händler in Deutschland durften jedoch nur geimpfte und genesene Menschen hineinlassen, Geschäften des täglichen Bedarfs wie Supermärkte und Drogerien ausgenommen. „2G setzt ihnen seit Wochen zu, und das in der für gewöhnlich umsatzstärksten Zeit des Jahres“, sagte Genth.

Die Händler, die unter 2G-Bedingungen geöffnet haben, verzeichneten nach HDE-Angaben einen Rückgang der Umsätze um 34 Prozent im Vergleich zum Vorkrisenjahr 2019. Im innerstädtischen Handel gingen die Umsätze demnach um 35 Prozent zurück. Dramatisch sei die Lage ganz besonders im Bekleidungshandel, der 37 Prozent seiner Umsätze verloren habe und 42 Prozent niedrigere Besucherzahlen registrierte. „Das deutliche Minus bei Umsätzen und Frequenzen hat sich durch die gesamte Adventszeit gezogen und die angespannte Situation im Handel Woche für Woche verschärft“, sagte Genth.

Anders als in vielen Teilen Deutschlands haben die Einzelhändler in Niedersachsen eine positive Bilanz des vierten Adventssamstags gezogen. „Wir hatten eine deutlich verstärkte Kundenfrequenz in den größeren Städten“, sagte Mark Alexander Krack, Hauptgeschäftsführer des Handelsverband Niedersachsen-Bremen, am Sonntag. Das Oberverwaltungsgericht (OVG) Lüneburg hatte am Donnerstag überraschend die 2G-Regel für den Einzelhandel gekippt, die in Niedersachsen erst fünf Tage zuvor in Kraft getreten war. Ab Dienstag soll in Niedersachsen aber eine FFP2-Maskenpflicht im gesamten Einzelhandel gelten. Das kündige die Landesregierung am Samstag als Reaktion auf die OVG-Entscheidung an. Die Änderung soll für alle Geschäfte – also auch zum Beispiel für Supermärkte – gelten. Ein Mund-Nasen-Schutz reicht dann nicht mehr.

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