Deutscher Opernsänger Theo Adam 92-jährig gestorben

Der renommierte deutsche Opernsänger Theo Adam ist tot. Er starb am Donnerstag im Alter von 92 Jahren in einem Dresdner Pflegeheim, wie die Familie der Deutschen Presse-Agentur am Freitag bestätigte. Adam war eine Fixgröße an der Wiener Staatsoper, wo er am 4. März 1967 in der Titelpartie in der Neuinszenierung von Wagners “Fliegenden Holländer” debütierte.

Als Don Pizarro im “Fidelio” stand er 37 Mal auf der Staatsopernbühne, die “Fidelio”-Premiere 1970 unter Leonard Bernstein bezeichnete der Künstler als einen der wichtigsten Momente seiner Karriere. Der Don Giovanni, den Kammersänger Adam an 24 Abenden in Wien sang, der Baal in Friedrich Cerhas Oper (Premiere 1981) und natürlich immer wieder die großen Wagner-Rollen zählen zu den Wiener Glanzpartien des Künstlers, der seit 1949 über hundert Opernrollen gestaltet hatte. Zu seinem 30-jährigen Bühnenjubiläum war Adam 1997 an der Staatsoper vom damaligen Staatsopern-Direktor Ioan Holender gewürdigt worden. Insgesamt war er in 29 verschiedenen Partien an der Staatsoper zu sehen.

Staatsoper trauert indes um den deutschen Sänger “Theo Adam war zweifelsohne einer der bedeutendsten Interpreten des 20. Jahrhunderts, ein seiner Heimatstadt stets verbundener kosmopolitischer Sängergigant in vielerlei Hinsicht”, so Staatsoperndirektor Dominique Meyer in einer Aussendung.

Meyer würdigte den Verstorbenen als “eine beeindruckende Erscheinung mit einer sehr edlen Stimme”, auch für ihn persönlich sei Adam ein wichtiger Sänger gewesen: “In der allerersten Opernvorstellung meines Lebens war er der Amfortas an der Pariser Oper, er war mein erster Wotan – mit Christa Ludwig an seiner Seite und unter Georg Solti -, in meiner ersten Vorstellung in Bayreuth war er der Gurnemanz. Theo Adam wird ein Fixstern am Opernhimmel bleiben.”

Adam, geboren am 1. August 1926, war als Kind Mitglied im Dresdner Kreuzchor und studierte nach dem Krieg Gesang. 1949 debütierte er an der Staatsoper Dresden und sang danach regelmäßig bei den Bayreuther Festspielen. Auch an berühmten Opernhäusern wie der New Yorker Met begeisterte er das Publikum. Später inszenierte er, moderierte im Fernsehen und schrieb Bücher und engagierte sich für den Sängernachwuchs. Kurz nach seinem 80. Geburtstag hatte der Künstler Abschied von der Bühne genommen.