Deutschland hofft auf Corona-Impfbeginn Mitte Dezember

Die deutsche Regierung hofft auf erste Impfungen gegen das Coronavirus noch im heurigen Jahr. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat die Länder gebeten, dass die Impfzentren Mitte Dezember einsatzbereit sein sollen. Finanzminister und Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) glaubt, es werde „mit der Impfung schneller losgehen, als wir vor einiger Zeit gedacht haben“. Das UN-Kinderhilfswerk Unicef will indes zwei Milliarden Impfdosen in 92 einkommensschwächere Länder liefern.

„Es gibt Anlass zum Optimismus, dass es noch in diesem Jahr eine Zulassung für einen Impfstoff in Europa geben wird. Und dann können wir mit den Impfungen sofort loslegen“, sagte Spahn dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Der Gesundheitsminister zeigte sich optimistisch, dass es nicht bis Ende 2021 dauern werde, bis alle Bevölkerungsgruppen durchgeimpft sind.

Deutschland habe sich über die EU-Kommission oder bilaterale Verträge und Optionen mehr als 300 Millionen Impfdosen für Deutschland gesichert. „Auch bei zwei Dosen pro Impfung hätten wir dann genug für die eigene Bevölkerung und könnten mit anderen Ländern teilen“, sagte Spahn.

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie will das UN-Kinderhilfswerk Unicef zwei Milliarden Impfdosen in insgesamt 92 einkommensschwächere Länder liefern. Die logistischen Vorbereitungen liefen bereits, teilte Unicef am Montag mit. Auch eine Milliarde Spritzen sollen verschickt werden.

„Während die Arbeit an der Entwicklung von Covid-19-Impfstoffen weitergeht, verstärkt Unicef die Anstrengungen mit Fluggesellschaften, Frachtunternehmen, Schifffahrtslinien und anderen logistischen Vereinigungen, lebensrettende Impfstoffe so schnell und sicher wie möglich zu liefern“, sagte die Direktorin der Unicef-Versorgungsabteilung, Etleva Kadilli. Damit solle ausreichende Transportkapazität für diese „historische Mammutaufgabe“ gesichert werden. „Es wird erwartet, dass die Beschaffung, Lieferung und Verteilung von Covid-19-Impfstoffen die größte und schnellste jemals unternommene Operation sein wird“, wurde betont.

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Vergangene Woche habe Unicef gemeinsam mit der Panamerikanischen Gesundheitsorganisation (PAHO) und der Internationalen Luftverkehrs-Vereinigung (IATA) bereits mit großen Fluggesellschaften über die Kapazitätsanforderungen gesprochen. Seit Jänner habe Unicef im Kampf gegen die Pandemie rund um die Welt schon Materialien wie Masken, Kittel, Sauerstoffgeräte und Tests im Wert von 190 Millionen US-Dollar (rund 160 Mio. Euro) geliefert.

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