Deutschland im Coronajahr 2020 mit nur 0,5 Prozent Inflation

Der Anstieg der Verbraucherpreise in Deutschland hat sich im Corona-Krisenjahr 2020 deutlich verlangsamt. Nach vorläufigen Daten des Statistischen Bundesamtes vom Mittwoch lag die Inflationsrate im Jahresschnitt bei 0,5 Prozent. Im Jahresschnitt 2019 waren es noch 1,4 Prozent. Eine Rate von 0,5 Prozent war zuletzt 2016 gemessen worden. Insbesondere stark gefallene Energiepreise und die vorübergehenden Mehrwertsteuersenkung dämpften die Entwicklung im vergangenen Jahr.

Im Dezember lagen die Verbraucherpreise den vorläufigen Daten zufolge um 0,3 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats. Gegenüber November stiegen sie um 0,5 Prozent.

Mit der Coronakrise und dem globalen Wirtschaftseinbruch waren die Rohölpreise auf den Weltmärkten eingebrochen, was sich in gesunkenen Energiepreisen niederschlug. Ab Juli galten zudem bis Ende 2020 niedrigere Mehrwertsteuersätze in Deutschland. Die deutsche Bundesregierung hatte die Steuer vorübergehend von 19 auf 16 Prozent gesenkt. Damit wollte die deutsche Regierung in der Coronakrise den Konsum als wichtige Stütze der Konjunktur ankurbeln. Händlern und Dienstleistern stand es aber frei, ob und wie sie die Erleichterungen an Verbraucher weitergeben.

Für die Europäische Zentralbank (EZB) sind sinkende Preise in der größten Volkswirtschaft der Währungsunion ein Problem, strebt sie doch eine Inflationsrate von knapp unter zwei Prozent im Euroraum an.

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