Die Casting-Show der „Killer Queen“

Premiere in Bad Leonfelden: „Breaking Free — a Tribute to Queen“ von Susanne Kerbl

Voller Einsatz des Ensembles bei „Breaking Free — a Tribute to Queen“
Voller Einsatz des Ensembles bei „Breaking Free — a Tribute to Queen“ © Andreas Wenter

Von Eva Hammer

„Breaking Free — a Tribute to Queen“, wer da in Bad Leonfelden eine Geschichte um Freddie Mercury und Queen, ähnlich dem Film „Bohemian Rhapsodie“, erwartet, wird enttäuscht. Das Musical mit den größten Hits von Queen, das am Donnerstag Premiere feierte, handelt von zwei rivalisierenden Streetgangs, den Excons und den Def:k, und einem Casting-Wettbewerb in London. Die Bürgermeisterin (Susanne Kerbl) will im abgewohnten Viertel Neues bauen, der zugehörige Architekt handelt nebenbei mit Drogen, einer der Jugendlichen stirbt an einer Überdosis. Die Kids gewinnen den Wettbewerb, nachdem sie beschließen, nicht als Rivalen, sondern gemeinsam aufzutreten. Ein Sammelsurium an Stereotypen, in einer Sprache, die sich so vergeblich bemüht, den Slang der Jugendlichen nachzuahmen wie das Schnöselige der Politiker-Elite. Etwas lahm und überladen das Transportmittel für die unsterblichen Queen-Hits. Bipolar insgesamt die Inszenierung. Von Spitzenperformance bis Amateurtheater, die Fallhöhe dazwischen hoch. Da gibt es die Hip-Hop Gang Def:k — Dank an die Regie für die häufigen Einsätze dieser genialen Tänzer — „Crazy Little Thing Called Love“ fetzt weg. Die Gang um Gernot Romic, Richard Peter, Katharina Sellner und Katharina Egger hat den Pulsschlag von Queen verinnerlicht, jeder von ihnen „Somebody to Love“. An anderer Stelle hört sich aber einer der Queen-Hits von weniger versierten Kollegen interpretiert auch einmal wie ein braves Jungscharliedchen an.

Gottfried Angerer und seine Band geben Vollgas

Gottfried Angerer und seine großartige Band hingegen bringen mit Vollgas den Originalsound und die Energie der größten Band aller Zeiten über die Rampe. Über allen und allem regiert Susanne Kerbl. Von ihr stammen Buch, Regie, Bühne, Ausstattung und Kostüme. Als „Killer Queen“ steht sie auch auf der Bühne. Erstaunlich, dass „We Will Rock You“, nicht recht zünden kann. Echt „Under Pressure“ steht Richard Peter, eindringlich und authentisch, so sehr, dass er in seiner Rolle als Chris Drogen nimmt und dran stirbt. „Bohemian Rhapsodie“ begleitet seinen Abgang.

Gernot Romic setzt den Saal unter Strom

Gernot Romic setzt als sein Freund Brian den Saal unter Strom — Gänsehaut, Trauer, Euphorie, Pathos. Ganz leise Stellen, großer Chor, Krawall, sanftes Ende — die ultimative Hymne der Pop-Geschichte. Dazu eine überwältigende Tanzperformance. Allein dafür lohnt sich ein Ausflug nach Bad Leonfelden. Wie üblich, erhebt sich das Publikum zum Schlussapplaus.

Bis 4. August Tel. 07213/63976

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